Ulm Gottesdienste und Aktionen, die die Überwindung von Gewalt in den Mittelpunkt stellen und die Botschaft der Gläubigen von Land zu Land weiter tragen: Das ist die Donau-Friedenswelle, die am Sonntag, 5. September, in Ulm ihren Anfang nimmt. Zum Abschluss des Donaufestes hält der evangelische Landesbischof Frank Otfried July um 9.30 Uhr im Münster den Eröffnungsgottesdienst für die länderübergreifende Friedensaktion. Von Michael Ruddigkeit
Die Welle setzt sich bis Juli 2011 durch verschiedene Kirchengemeinden entlang der Donau bis nach Rumänien fort. Auf Ulm folgt Niederaltaich in Bayern, danach Wien (Österreich), Komárno (Slowakei), Budapest (Ungarn) und schließlich Hermannstadt/Sibiu (Rumänien). Zum Abschluss nächstes Jahr kehrt die Reihe von Gottesdiensten noch einmal nach Ulm und Neu-Ulm zurück.
"Das Besondere und auch Reizvolle an der Donau-Friedenswelle ist ihre Breitenwirkung", sagt Landesbischof July. "Sie verbindet mehrere Länder und wirkt international und ökumenisch. Außerdem rücken Menschen aus mittel- und osteuropäischen Ländern zusammen und nehmen ein Thema auf, das sie in ihrer Geschichte oft genug getrennt hat."
"Es ströme das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach" (Amos 5,24) ist das Motto des Eröffnungsgottesdienstes im Münster. Eine Folkloregruppe aus Budapest tanzt, der Studentenchor der Friedrich-Schiller-Universität Jena singt. Dabei wird das prämierte Lied aus dem Wettbewerb zur Donau-Friedenswelle uraufgeführt. Schauspieler bieten Szenen zu dem Motto des Gottesdienstes. Anschließend können sich Besucher in einer Ausstellung über die verschiedenen Arbeitsfelder zur "Dekade zur Überwindung von Gewalt" in Württemberg informieren.
Von Ulm aus wird zudem ein Friedensschiff auf die Reise geschickt, das Pfarrer Galter Dietrich aus Rumänien gemeinsam mit dem Orgelbauer Hermann Binder selbst angefertigt hat. Darin befinden sich zwei Körbe, in die die Gläubigen Zettel mit Gebetsanliegen werfen können. Auf die roten Zettel, die während des Gottesdienstes verteilt werden, kommen die Sorgen und Ängste, auf die grünen die Hoffnungen. Diese Anregungen werden auf den verschiedenen Stationen entlang der Donau gesammelt und im Abschlussgottesdienst aufgearbeitet. Außerdem wird das hölzerne Schiff nach und nach mit allen Fahnen der beteiligten Länder bestückt.
Zur Ergänzung eine Kunstinstallation
Ergänzend zum Donaufest und der Friedenswelle präsentiert die Künstlerin Anja Hauslaib-Rapp im Nordschiff des Münsters eine Installation, die den Verlauf der Donau mit Wolle nachvollzieht. Darauf werden Texte projiziert, die zum Nachdenken über Wasser, Frieden und Versöhnung anregen. Eröffnet wird die Ausstellung am heutigen Donnerstag, 2. September, um 18 Uhr.
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