Sonntag, 22. Oktober 2017

06. Juli 2016 00:32 Uhr

Donaufest

Draußen feiern, drinnen denken

Im Edwin-Scharff-Haus diskutieren die Teilnehmer einer Fachkonferenz über die Probleme Europas, die Zukunft des Donauraumes und eine lebendige Zivilgesellschaft

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Draußen rauchten die Grills – drinnen die Gehirnzellen: Während gestern am Flussufer der alltägliche Trubel des Donaufestes seinen Lauf nahm, widmeten sich wenige Meter davon entfernt im Neu-Ulmer Edwin-Scharff-Haus rund 70 Menschen den tiefgründigeren Themen der zehnten Auflage des Donaufestes. Unter dem Titel „Austausch, Zusammenarbeit, Vernetzung: Offene Gesellschaft im Donauraum“ fand dort eine Fachkonferenz statt, bei der zahlreiche Experten und Gäste der Frage nachgingen, wie eine gute Zusammenarbeit sowie eine vielfältige und lebendige Zivilgesellschaft im Donauraum gelingen könne.

Denn in einem waren sich die meisten der Teilnehmer einig: Das Miteinander in Europa habe zuletzt aufgrund diverser Krisen (Euro, Wirtschaft, Banken, Flüchtlinge, Brexit) doch arg gelitten. „Europa ist in einer Vertrauenskrise“, sagte Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg-Stiftung. Seiner Meinung nach sei die Zivilgesellschaft der „Kit Europas“. Noch halte er, aber er habe zuletzt deutliche Risse bekommen. Diese zu flicken, sei das Ziel des Donaufestes sowie vieler bereits angestoßener Projekte im Donauraum, dem diesbezüglich eine große Bedeutung zukomme.

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„Der Donauraum ist ein großes Experiment“, stimmte ihm der Tübinger Professor Reinhard Johler, wissenschaftlicher Leiter des Instituts für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde, zu. „Das große Europa könnte vom kleinen Europa an der Donau lernen“, erklärte er. Bei allen Problemen, die die sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Unterschiede entlang des zweitlängsten Flusses Europas mit mehr als 100 Millionen in 14 Ländern mit sich brächten, müsse die Vielfalt auch als große Chance gesehen werden. Diese gelte es zu nutzen – auf politischer und wirtschaftlicher Ebene, vor allem aber auch in kulturellen und zwischenmenschlichen Bereichen. „Wir müssen Empathie und Neugier füreinander wecken. Das kann zwar anstrengend sein, aber der Nutzen für ein gemeinsames Europa wäre enorm“, sagte Johler.

Dialog, Verlässlichkeit, Gleichberechtigung und vor allem: weniger Bürokratie – in mehreren Kleingruppen erarbeiten die Teilnehmer aus mehreren Donauländern im Laufe des Tages, was ihnen im europäischen Miteinander besonders wichtig ist. „Statt große Strategien zu entwickeln, müssen wir viele kleine Projekte machen“, forderte eine Teilnehmerin. Eine andere betonte, wie wichtig es dabei sei, möglichst viele Bürger zu erreichen: „Eine offene Gesellschaft ist kein Selbstläufer. Sie kann nur funktionieren, wenn es ein gewisses Maß an Bildung und Wohlstand gibt. Dafür müssen auch die Voraussetzungen geschaffen werden.“

Als „Musterbeispiel für die gelebte europäische Idee“ bezeichnete die bayerische Europaministerin Beate Merk den Donauraum in einer abschließenden Podiumsdiskussion: „Ein starkes Europa muss vor allem auch von unten nach oben wachsen. Die Verantwortung liegt bei uns allen.“ Ihre Gesprächspartnerin Theresa Schopper, Staatssekretärin im baden-württembergischen Staatsministerium schrieb Baden-Württemberg mit Blick auf den Donauraum „sicherlich eine Vorreiterrolle“ zu – auch gegenüber den Regierungen in den Regionen, bei denen für die Chancen eines europäischen Miteinanders erst noch geworben werden müsse.

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