Dienstag, 26. Juli 2016

07. Januar 2016 12:55 Uhr

Blaustein

Ein Glückskind und sein Glücksgriff

Wolfgang Schukraft feiert den 30. Geburtstag seiner Theaterei in Herrlingen mit einem Solo-Abend – und denkt über eine Zukunft seiner kleinen Bühne ohne ihn nach.

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Macht sich immer noch zum Affen – zumindest auf der Bühne: Wolfgang Schukraft von der Theaterei Herrlingen.
Foto: Theaterei

Das mit dem Glück begann für den Theaterei-Prinzipal, wie sich Schukraft gerne nennt, schon bei der Entstehung. Nachdem er zuvor bei einem Theater in Kiel engagiert war, kehrte der Schauspieler 1985 zurück nach Ulm, mit dem festen Ziel, ein eigenes Theater zu eröffnen. Nicht in der Stadt, sondern im Umland. Am besten in einem Wirtshaussaal. Schukraft und seine Frau, Lehrerin von Beruf, waren noch nicht aus dem Auto ausgestiegen, als sie einer früheren Schülerin der Frau begegneten. Sie plane eine Gaststätte zu übernehmen, erzählte diese. Ob diese auch einen Saal habe, fragte Schukraft. Die Antwort lautete ja. Der Beginn der Geschichte der Theaterei im Herrlinger „Rössle“.

Freilich hat sich seit der Eröffnung am 18. Januar 1986 einiges geändert, vor allem auf dem Spielplan: Zum Start gab es damals Franz Kafkas „Bericht für eine Akademie“. Die Theaterei sollte ein literarisches Theater sein und wurde dem in den Folgejahren auch gerecht: Hermann Hesse, Stefan Zweig, Dario Fo und Samuel Beckett gab es zu sehen. Inzwischen ist das Programm der Bühne populärer geworden, wie Schukraft unumwunden zugibt – er sei schließlich gerne populär, und ein Spielplan sei immer auch die Antwort auf die Wünsche des Publikums. Eine Gassenhauer-Bühne ist die Theaterei trotzdem nie geworden, wie Schukrafts eigene Stücke, die literarischen Abende seines langjährigen Weggefährten Walter Frei und anspruchsvolle Produktionen mindestens einmal im Jahr beweisen. „Anspruchsvoll heißt ja nicht langweilig“, stellt Schukraft klar.

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Mit seiner Linie scheint er richtig gelegen zu haben: 149 Neuinszenierungen, mehr als 5000 Aufführungen und mehr als eine halbe Million Besucher hatte die Theaterei bis heute. Das eigentliche Wunder: In den 30 Jahren ihres Bestehens, stand die Theaterei nie vor dem Aus, obwohl es finanzielle Engpässe gegeben habe, sagt der Prinzipal. Eine Krise gab es nur Mitte der 90er, als die Brauerei plante, dass gesamte Rössle-Areal abzureißen. Schukraft sah sich damals nach einer Alternative um, fand sie in der „Theaterei Schloss Erbach“ – und erhielt dann einen Anruf, dass sein Herrlinger Domizil bestehen bleibe. Und so leitete Schukraft von 1995 bis 2005 zwei Theater und veranstaltete zehn Jahre lang die Sebastian-Sailer-Tage im Kloster Obermarchtal. Nach seinem Abschied aus Erbach setzte er für seine Theaterei einen Meilenstein und etablierte vor fünf Jahren mit dem Theaterei-Zelt neben dem Bad Blau eine zusätzliche Sommer-Spielstätte und vor drei Jahren eine Kinder-Sparte.

Langweilig dürfte es Schukraft nie geworden sein. Älter wurde er dabei aber doch: In ein paar Tagen feiert er seinen 66. Geburtstag. Und natürlich denkt er über die Zukunft nach. Spielen, Schreiben, Inszenieren – dafür fühle er sich nicht zu alt, sagt er. Für die Verwaltungsarbeit allerdings allmählich schon. Er suche aktiv nach einem Nachfolger und habe bereits „ganz gute Gespräche“ geführt: „Es geht weiter“, verspricht er. Dass es in der Theaterei auch ohne ihn geht, habe das vergangene Jahr gezeigt, in dem er selbst gar nicht auf der Bühne stand. „Es hat trotzdem wunderbar funktioniert“, freut sich Schukraft. Doch zum Jubiläum muss er wieder persönlich ran – und wird berichten, wie aus einem Buben, der, inspiriert von den Nonnen im Kindergarten, Pfarrer werden wollte, ein Schauspieler und Theatermacher wurde. Dazu spielt er noch einmal den „Bericht für eine Akademie“, singt humoristische Lieder – und feiert mit dem Publikum sein Theater und ein bisschen auch sich selbst: Wolfgang Schukraft ist die Theaterei.

Stück: „Der Affe Rotpeter, die Theaterei und Wolfgang Schukraft“ morgen, Freitag (Premiere) und am Samstag, 9. Januar, jeweils um 20 Uhr sowie am Sonntag, 17. Januar, um 17 Uhr. Karten unter Telefon 0731/268177.

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