Ulm Die Feier zum 100. Geburtstag des 1994 gestorbenen HfG-Gründervaters Max Bill, verband der Geschäftsführende Vorsitzende der Stiftung Hochschule für Gestaltung HfG Ulm, Dr. Dieter Bosch, gestern auf dem Ulmer Hochsträß mit dem Bekenntnis für eine neue Nutzung des von Max Bill entworfenen Gebäudes der ehemaligen Designerhochburg. Von Roland Mayer


Die virtuellen Bildfahnen der begleitenden Foyer-Ausstellung würden von der goldenen HfG-Zeit in die Zukunft weisen, betonte Bosch gestern Mittag in Anwesenheit von Max Bills Sohn und Präsident der Bill-Stiftung, Dr. Jakob Bill, vor Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur - darunter auch viele "Ehemalige" - wie der als Max Bills Sekretär in Ulm gestartete "Vater der Konkreten Poesie" Professor Eugen Gomringer.
Max Bill, der am 22. Dezember 1908 in Winterthur geboren wurde, wirkte von 1953 bis 1957 als Rektor an der HfG und unterrichtete dort bis 1957 als Dozent in Architektur und Produktform. Bill verließ 1957 die HfG Ulm wegen pädagogischer Differenzen in Richtung Hamburger Kunsthochschule.
Nicht der Künstler Max Bill (dem das Ulmer Museum derzeit eine Ausstellung widmet), sondern der HfG-Gründungsrektor und Architekt stand im Mittelpunkt dieser Geburtstagsfeier. Mit Bills Gedenken verbindet sich Bosch zufolge "ein demokratischer Europäer, der Humanität und Würde des Menschen verpflichtet". Dieser Mythos sei Verpflichtung. Wenn ein Bedürfnis bestehe, entstehe etwas Neues, zitierte Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner den Architekten der HfG, den sein damaliger örtlicher Bauleiter Fred Hochstrasser als "engagierten Funktionalisten" auf der Suche nach der richtigen Gestalt und deren Ästhetik bezeichnete.
Die Nachhaltigkeit schöner Objekte, die für alle erschwinglich sind, rief Dr. Jakob Bill als Idee seines Vaters in Erinnerung. Die Struktur dieses einzigartigen Baukomplexes auf dem Hochsträß verlange nach einer geistigen Haltung und neuen Visionen, gab er den Planungen zur Renovierung des HfG-Traktes, der 1968 vom Land geschlossen wurde, mit auf den Weg.
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