Montag, 26. Juni 2017

08. Februar 2016 17:00 Uhr

Ulm

Ein Weltstar legt die Messlatte hoch

Star-Geigerin Julia Fischer glänzt beim Konzert im Ulmer CCU – und hat dabei hochkarätige Unterstützung. Von Dagmar Hub

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Star-Geigerin Julia Fischer mit den Musikern des Orchesters St. Martin in the Fields beim Konzert im Einstein-Saal des Ulmer Congress-Centrums.
Foto: Alexander Kaya

Der Star lässt ein bisschen auf sich warten. Doch dann steht Geigerin Julia Fischer im pinkfarbenen schulterfreien Abendkleid wie ein leuchtender Solitär zwischen den schwarz gekleideten Musikern der berühmten Academy of St. Martin in the Fields. Und welch ein Solitär! Selten kommt ein Weltstar so heiter auf die Bühne wie die 32-jährige Münchnerin, die dem Publikum im CCU ein Konzert bot, dessen Qualität im noch jungen Jahr schwer zu überbieten sein wird. Und so schön der Konzertabend war: Es ist auch selten, dass ein Musiker das Highlight seines Programms bereits zu dessen Beginn spielt.

Julia Fischer, die als Vierjährige ihren ersten Geigenunterricht erhielt und mit 23 Jahren jüngste Professorin einer deutschen Hochschule (der für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/Main) wurde, tat das: Sie setzte das quasi noch tintenfrische Konzert für Violine und Orchester ihres Künstlerfreundes Andrey Rubtsov an den Beginn des Abends in CCU, das der nur ein Jahr ältere Moskauer Komponist Julia Fischer gewidmet hat und dessen Weltpremiere die Geigerin am 28. Januar in Köln zum Auftakt ihrer Deutschland-Tournee gefeiert hatte. Rubstov gilt als einer der begabtesten jungen Dirigenten der Welt. Sein expressives Violinkonzert, für das Julia Fischer zu ihrer erst 2011 gebauten Philipp Augustin-Geige griff, entwickelt nach einer schwermütigen Introduktion mit messerscharfen, schneidenden Tönen ein sanftes, eindringliches, harmonisches Scherzo. Zornig und von markanter Strenge ist der dritte Satz, ehe das Violinkonzert überraschend temperamentvoll-aufwühlend endet. Unglaubliche Präzision und das Einfühlungsvermögen von Fischer und dem Orchester machten das noch fast unbekannte Werk zu einem unvergesslichen Hörgenuss.

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Ganz gegensätzlich dann der zweite Programmpunkt, der eines der Paradestücke des Orchesters St. Martin in the Fields ist: Für die Streicherserenade von Peter Iljitsch Tschaikowsky setzte sich Julia Fischer zum Orchester. Lächelnd, fast verträumt wirkte sie jetzt mit ihrer Guardagnini-Geige vollkommen entspannt, obwohl das Orchester das imperiale Werk in außergewöhnlich furiosem Tempo spielte.

Nach der Pause präsentierte Julia Fischer eine weitere Akteurin einer energiegeladenen neuen Musiker-Generation: Die in Moskau geborene Pianisten Yulianna Avdeeva ist zwei Jahre jünger als Julia Fischer und die vierte Frau in der 1927 beginnenden Geschichte des alle fünf Jahre ausgetragenen Internationalen Chopin-Wettbewerbs, die diesen gewann. 45 Jahre lagen zwischen ihrem Sieg und dem von Martha Argerich. Wer solche Meriten einheimst, könnte eitel auftreten. Nicht so Yulianna Avdeeva, die optisch fast noch so mädchenhaft wie eine „Jugend musiziert“-Preisträgerin wirkt und doch aufgrund ihres hypnotischen Spiels bereits zu den Größten der Klavier-Welt zählt. Mit Stöckelschuhen sitzt sie am Steinway-Flügel und interpretiert mit Julia Fischer Felix Mendelssohn Bartholdys d-Moll-Doppelkonzert für Violine, Klavier und Streichorchester. Die gelöste Stimmung und Verständnisinnigkeit der beiden Solistinnen verstärkte die atmosphärische Vielfalt und Tiefe der virtuosen Interpretation noch. Publikumsjubel am Ende, den die beiden Musikerinnen mit dem emotional vorgetragenen Scherzo aus der F-A-E-Sonate von Johannes Brahms belohnten. Nach den Standing Ovations ging das Licht im Einstein-Saal an. Die Zuhörer griffen bereits zu den Mänteln – da erschienen Geigerin Julia Fischer und Pianistin Yulianna Avdeeva zur Freude des Publikums noch einmal und spielten zur Freude der Zuhörer anmutig-sehnsüchtig Tschaikowskys „Mélodie“ aus „Souvenir d´un lieu cher“, den letzten Satz des Tryptichons für Geige und Klavier.

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