Freitag, 18. August 2017

12. Januar 2016 16:59 Uhr

Herrlingen

Ein berührender Ein-Mann-Abend mit Botschaft

Seit 30 Jahren gibt es die Theaterei. Wolfgang Schukraft erklärt, wie alles begann. Von Dagmar Hub

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Es ist Wolfgang Schukrafts persönlichster Theaterabend - und wahrscheinlich sein längster. Aber wer für 30 Jahre Theaterei "danke" sagen will, musikalisch wie szenisch, der muss weit ausholen.
Foto: Dagmar Hub

Mit Franz Kafkas „Bericht für eine Akademie“ begann die Existenz der Theaterei Herrlingen am 18. Januar 1986. Grund genug, genau diesen vielschichtigen Monolog über die Menschwerdung des Affen Rotpeter wieder aufleben zu lassen. Zuvor aber erzählt der Böblinger Wolfgang Schukraft aus seinem Leben – beginnend mit seiner Geburt, die er einem Versöhnungsabend seiner Eltern verdankt. Mit Augenzwinkern über den ernsten Bildern schildert Schukraft seinen Werdegang aus einer Kindheit heraus, an der das Wirtschaftswunder vorbei ging, einer Kindheit, in der er mit zwölf Jahren nach dem Tod des Vaters auf eigenen Beinen stehen musste. Vor dem Auge des Zuschauers erstehen Großeltern mit ihren Zügen der Poesie, der Bigotterie, mit ihrer Neigung zu Geist und Wein. Da ersteht Schwester Bonificata, die Kindergärtnerin, die der kleine Wolfgang einst heiraten wollte, wenn er denn eines Tages seinen Berufswunsch „Priester“ umgesetzt hätte. Nicht nur weil der kleine Junge evangelisch war entwickelte sich das Leben anders. Schukraft begann eine Beamten-Laufbahn, wurde dank eines geistvollen Aprilscherzes Redakteur beim SDR, Autor, Schauspieler und schließlich 1986 Prinzipal der Theaterei Herrlingen, die er gründete, weil der Vater von vier Kindern seine Sehnsucht nach einem eigenen Theater in einem Wirtshaus damit verwirklichen konnte. Und damit fand alles vorher Gelernte Sinn und Ziel – selbst der in seiner Verwaltungslehre verstandene Umgang mit Behörden.

Dass man eine autobiografische Erzählung mit ihren verschlungenen Wegen wunderbar mit humoristischen Couplets unterlegen kann, zeigt der vielseitige Wolfgang Schukraft an diesem Abend. Otto Reutters „Gräme dich nicht“ und sein „Phantasie ist jederzeit schöner als die Wirklichkeit“ unterlegen diese Schilderung mit feinen humoristischen Zügen, hinter denen sich doch Melancholie verbirgt. Hermann Leopoldis „I’ bin a stiller Zecher“ illustriert eine Kindheitserinnerung Wolfgang Schukrafts, in der er seine Gabe zum Schauspiel erkannte. Auch um aus Onkel Albins schrecklichem Nachhilfeunterricht zu entkommen, musste der junge Wolfgang einen schauspielerischen Weg finden. Die Rückkehr zu den Anfängen in Herrlingen soll aber keinen Kreis schließen. Schukraft steckt auch nach 30 Jahren Theaterei voller Pläne: Am 12. Februar hat die Komödie „Souvenir“ Premiere, im Mai wird Schukrafts Umdichtung der Macchiavelli-Komödie „Mandragola“ uraufgeführt.

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