Albrecht Haupts Unichor singt Bach
Ulm Hochkarätige geistliche Musik: Mit einem Kantatenabend, der inhaltlich und harmonisch unterschiedliche Bach-Kantaten in einen stimmigen Zyklus brachte, begeisterte der Uni-Chor unter der Leitung seines Gründers Albrecht Haupt das voll besetzte Haus der Begegnung. Der Uni-Chor, der in diesem Jahr sein 35-jähriges Bestehen feiert, bewies differenzierten Chorklang – ein Charakteristikum, das Chöre mit hoher Fluktuation (wie es zwangsweise bei Unichören der Fall ist) selten aufweisen.
An den Auftakt „Du Hirte Israel höre“, einer textlich auf Psalm 23 anspielenden Kantate mit eingängigen Melodien aus dem Jahr 1724, schloss sich die österliche Friedenskantate „Halt im Gedächtnis Jesum Christ“ an, deren von kurzen Bass-Einwürfen „Friede sei mit euch!“ unterbrochener Chorsatz zu einem der emotionalen Höhepunkte des Konzerts wurde. Die dritte aufgeführte Kantate, „Nun danket alle Gott“, ist als Text des gleichnamigen Kirchenliedes bekannter als die eher kurze und aus dem Choralprinzip herausfallende Kantate. Eindrucksvoll am Ende: das zweiteilige, groß angelegte „Brich dem Hungrigen dein Brot“. Johann Sebastian Bach komponierte die Kantate 1732 unter dem Eindruck durch Leipzig ziehender evangelischer Emigranten aus Salzburg.
Das von Haupt dirigierte Concerto Tübingen erwies sich als Orchester wie in den Solopartien vor allem der Oboe fein abgestimmt auf den Unichor und die Solisten, unter denen Bass Kwang Ho Choi, die junge Sopranistin Catherina Witting und – in der Arie „Seinem Schöpfer noch auf Erden“ – die am Theater Ulm engagierte Kinga Dobay herausragten. Dobays Altstimme mit dem herb-rauchigen Unterton wirkte in der Arie intensiv emotional und eindrucksvoll, in den Rezitativpartien der dritten Kantate allerdings zu dramatisch.
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