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18. Juni 2010 05:29 Uhr

Fast 500 junge Leute erleben das Abenteuer Siedeln

Landkreis 479 Kinder und Jugendliche der Wasserwachtjugend und des Jugendrotkreuzes aus ganz Schwaben mussten beim Großzeltlager "Abenteuer Siedeln" lange Sturm und Regen trotzen. Am Ende wurde das Durchhalten mit zwei Tagen herrlichen Wetters belohnt. Auch die Jugendgruppen der Wasserwachten aus Illertissen, Neu-Ulm, Senden und Weißenhorn waren dabei.

In der Umweltstation Unterallgäu bei Legau gestalteten sie ihre eigene kleine Welt unter dem Motto "(m)eine Welt - (m)eine Zukunft". Das ehrenamtlich organisierte Zeltlager "Abenteuer Siedeln", benannt nach dem bekannten Brettspiel "Die Siedler von Catan", war ein ausgefeiltes Planspiel, bei dem den Teilnehmern weit mehr geboten war als Spaß und Ablenkung. Um gemeinschaftlich Tagesaufgaben lösen zu können, mussten die Kinder mit den Bewohnern der anderen Zeltstädte um dringend benötigte Waren wie Holz, Planen oder Ziegelsteine feilschen. Besondere Dynamik entwickelte sich dadurch, dass die fast 100 Kinder jeder Stadt zu Beginn des Zeltlagers über die Staats- und Wirtschaftsform abstimmten. So gab es zwei Demokratien, zwei Städte kürten einen König, eine versuchte sich sogar am Kommunismus. Mit der Wahl der Staatsform wurden nur wenige charakteristische Regeln für das Wirtschaften und die Mitbestimmung der Stadtbewohner vorgegeben. Alles Weitere von der Volksversammlung über Minister, Gesetze und Steuererhöhungen wie im echten Leben entwickelten die 8- bis 17-Jährigen vollkommen in eigener Regie. Kam der Handel um die begehrten Rohstoffe nicht in Gang, konnten die Kinder mit der eigens geprägten Lagerwährung "Dunant", benannt nach dem Gründer des Roten Kreuzes Henry Dunant, bei der Weltbank oder bei einem Schwarzhändler die Engpässe beseitigen.

"Die unglaubliche Kreativität und Dynamik, mit der die Kinder und Jugendlichen das politische und wirtschaftliche Leben ihrer Städte gestaltet haben, hat alle unsere Erwartungen weit übertroffen", kommentiert Sendener Alfons Sailer von der Projektleitung des Roten Kreuzes das Geschehen.

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Außerdem sorgte ein Rahmenprogramm von Olympiade über Volksfest und Casino bis hin zur Grusel-Nachtwanderung für Spaß und Abwechslung. Schließlich diskutierten die "Siedler" des Roten Kreuzes dann ganz selbstverständlich mit Bundestags- und Landtagsabgeordneten über nachhaltiges und ethisch vertretbares wirtschaftliches Handeln.

Mit dem Abenteuer Siedeln wurde das Rote Kreuz mit dem Förderpreis "Helfende Hände" des Bundesinnenministeriums ausgezeichnet. (az/ahoi)

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