Teamprojekt will Kinderkultur an der Donau wiederbeleben Von Roland Mayer
Ulm Viele Jahre hat die Ulmer Spielschachtel als freies Kinder- und Familientheater sein Nationalitäten gemischtes Publikum auch mit seinem „Luftikuss“-Zelt an der Donauwiese erfreut. Die Ulmer Spielschachtel musste als beliebtes Kinder- und Jugendtheater Adieu sagen. Ihr in diesem Zusammenhang auch vakant gewordenes Mitmachtheater auf der Grünen Spielwiese – genannt „Luftikuss“ – hat nun einen Nachfolger gefunden: Mit neuem Konzept und altem Equipment wollen das Akademietheater AdK-Ulm, das Theater an der Donau, die Zirkusschule Serrando und die Kunstwerkstatt „kontiki“ für eine Wiederbelebung des Freiluftareals zwischen SSV-Bad und Donau sorgen. Am Freitag, 4. Mai, 11 Uhr, öffnet sich der mit zwei Theaterzelten, Kinderkarussell und Spieleparcours bestückte Grünstreifen seinem Familienpublikum. Auf der neu benannten „Spatzenwiese“ ist das „Rotkäppchen“ der Sven Wisser-Bühne (Theater an der Donau) nach dem Grimmschen Märchen das Wahlstück der ersten Stunden.
Eine alte Idee mit neuem Konzept
„Das, was viele Jahre Tradition war, übernehmen wir für einen Neuanfang“, sagt AdK-Leiter Ralf-Rainer Reimann. So startet die neue Spatzenwiese mit Auto- und Kettenkarussell, Schiffschaukel und Hüpfburg, Rollenbahn, Roadcars und Pedalos. Dazu wird ein großes Theaterzelt aufgebaut, ein kleines Zelt für Theater- und Kunstpädagogik steht bereits. Ein Imbisswagen ziert den Saftgarten (Bier wird nicht ausgeschenkt). Und jede Menge Spielobjekte sollen zum kreativen Aufenthalt, zu Spiel und Muße für die Kinder und Familien einladen. Akademietheater Ulm und Theater an der Donau bespielen und bewirten die „Spatzenwiese“ in Kooperation mit der Kunst und Kulturwerkstatt „kontiki“ und dem Kinderzirkus Serrando.
Junge AdK, Theater an der Donau und Serrando haben im Alten Theater ihre gemeinsame feste Spielstätte. Die Jugendkunstschule der Volkshochschule Ulm („kontiki“) bietet im Söflinger Stadtregal ihre Kreativkurse an. Im kleineren, rechteckigen Zelt auf der „Spatzenwiese“ finden theaterpädagogische Kurse statt. Da die „Spatzenwiese“ bis 10. Juni täglich außer montags ab 11 Uhr geöffnet hat, reicht die „Spätzle“-Saison auch in die 26. Spielzeit des Ulmer Zelts hinein, das seine Sonntage wie immer mit einem eintrittfreien, hochkarätigen Kindertheaterprogramm würzt. Doch die „Spatzenwiese“-Akteure sind sich einig: „Wir wollen nicht in Konkurrenz zum Ulmer Zelt auftreten. Das Zelt hat sein Agenturprogramm, wir machen Eigenproduktionen, wir haben uns abgesprochen.“ Und man könne auch locker zwischen der Grünen Wiese des Ulmer Zelts und der „Spatzenwiese“ hin und her pendeln. So sehen Reimann und Theater-an-der-Donau-Chef Sven Wisser ihr Kinderkulturspektakel in der Friedrichsau in Ergänzung zum Zelt-Programm „als „Bereicherung aus der Region für die Region“. Wissers Teilnahme bedeutet für seine Bühne im Alten Theater ein „Freispiel“. Spielfrei hat Reimanns Akademietheaterhaus auf dem Unteren Kuhberg nicht.
„Ganz spielerisch“ wollen Wisser & Co „Rotkäppchen“ und „Froschkönig“ an der Donau fürs kleine Publikum einbringen. Für Kinder und Jugendliche baut Reimann auf Handpuppen- und Marionettenspiel. „Serrando“ setzt auf seinen Mitmachzirkus. Und „kontiki“ lässt schon mal „Riesenbilder malen“. Die Preise für Imbiss und Theatereintritt sollen „familienfreundlich“ gestaltet werden. Geöffnet ist „Spatzenwiese“ ab Mittwoch, 2. Mai, dienstags bis sonntags – ebenso Pfingstmontag. Sven Wisser, bis unter die Fingernägel gespannt wie seine Mitstreiter, mutmaßt: „Bis sich das Ganze mit Kindergartengruppen wieder eingespielt hat, wird es zwei Jahre dauern.“
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