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22. März 2010 20:45 Uhr

Genug für 160 000 Joints

Leipheim Die Päckchen waren sorgfältig eingewickelt, damit der kostbaren Ware nichts passiert. Und trotzdem blieben die 222 Pakete Marihuana dem richtigen Riecher der Kemptener Zollfahnder und der feinen Spürnase eines Rauschgiftspürhundes nicht verborgen.

Genug für 160 000 Joints
Foto: ALFA

Mehr als 230 Kilogramm wog die "Graslieferung", die aus Albanien kam und ausgerechnet nach Holland gebracht werden sollte. Auf der Autobahnrastanlage Leipheim war jedoch Endstation - die Fahnder schlugen zu.

Den großen Fund machten die Zollbeamten bereits am 9. März, erst jetzt gingen sie jedoch mit den Fahndungsergebnissen an die Öffentlichkeit. Wieso die Beamten ausgerechnet diesen Laster herausgewunken haben? Erfahrung und der berühmte "richtige Riecher" sei es gewesen, was die Zöllner den in Richtung Stuttgart fahrenden Sattelauflieger mit albanischer Zulassung für eine Fahrzeugkontrolle hatten auswählen lassen.

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Zuerst schien das Fahrzeug bei der Kontrolle dann doch unverdächtig - es war nämlich leer. Seine Fracht - laut Fahrer eine Komplettladung Zwiebeln - sollte erst in Holland geladen werden. Dies hielt die Beamten jedoch nicht davon ab, den Laster auch ohne Ladung genauer unter die Lupe zu nehmen. Und dabei wurden sie schnell fündig: An der Stirnwand der Ladefläche pappte Klebeband. Darunter fanden die Beamten Spuren von Arbeiten mit einem Schneidbrenner. Schnell war klar: Hier stimmt etwas nicht.

Versteck hinter doppelter Stirnwand

Also nahmen die Zollbeamten Laster und Fahrer mit in eine Kontrollhalle des Zolls. "Eine in die Stirnwand der Ladefläche nachträglich eingezogene doppelte Wand war unter Einsatz eines Rauschgiftspürhundes dort dann schnell enttarnt", heißt es in einer Presseerklärung des Zolls. Aus diesem extra eingebauten Versteck holten die Beamten schließlich 222 fein säuberlich umhüllte Pakete mit insgesamt 232 Kilogramm Marihuana ans Tageslicht.

Den 36-jährigen albanischen Fahrer nahmen die Zöllner noch vor Ort fest und verständigten die Drogenfahnder der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) in München, einer gemeinsamen Dienststelle des Zollfahndungsamtes München und des Landeskriminalamtes München.

Seit seiner Festnahme sitzt der 36-jährige Fahrer in Untersuchungshaft - er gilt als mutmaßlicher Drogenkurier. Die zuständige Staatsanwaltschaft Memmingen hat Haftbefehl erlassen. Derzeit laufen laut Polizei die Ermittlungen zu den Hintermännern des Rauschgiftgeschäftes und den Empfängern des Marihuanas.

Das sichergestellte Marihuana hat einen geschätzten Marktwert von 750 000 Euro, so die Polizei. "Es hätte wohl für insgesamt ungefähr 160 000 Joints gereicht", haben die Zollbeamten ausgerechnet.

Die genaue Kontrolle des Schmuggel-Lkws ergab im Übrigen auch, dass dieser aufgrund defekter Bremsen nicht mehr verkehrssicher war. Spätestens nach Beladung mit den vorgesehenen 20 Tonnen Zwiebeln wäre auf der Rückfahrt des Lasters im Falle einer Notbremsung ein Komplettausfall der Bremsanlage möglich gewesen.

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