Kellmünz Zwei grausame Fälle von Tierquälerei bereiten Katzenhaltern in Kellmünz große Sorgen. Die beiden Miezen hatten sich schwerstverletzt wieder zurück in die Siedlung Illerau geschleppt und waren dort von Bewohnern mehr tot als lebendig gefunden worden. Jetzt geht dort die Angst um, dass es noch mehr Samtpfoten erwischt. Von Wolfgang Kahler


Hinterbein abgetrennt und auf dem Rücken eine Wunde
Inzwischen ermittelt die Illertisser Polizei wegen Verstoßen gegen das Tierschutzgesetz und Sachbeschädigung. Der erste Fall hatte sich bereits im Februar ereignet. "Wir hatten unseren Kater schon eine Woche lang vermisst", erzählt die 38-jährige Besitzerin, "und Suchplakate aufgehängt". Eines Tages war "Shunya", so der aus dem Buddhismus stammende Name des Tieres, wieder da: Aber die Katze wies schwerste Verletzungen auf. Ein Hinterbein war abgetrennt, auf dem Rücken eine tiefe Wunde. Die Besitzerin war erschüttert und brachte den Stubentiger sofort in die Tierklinik von Dr. Susanne Medl nach Babenhausen.
Dort konnte das Leben von "Shunya" gerettet werden. Tagelang lag die geschundene Katze am Tropf. Mittlerweile hat sie sich wieder von ihrem Schrecken erholt und humpelt auf drei Beinen. "Sie ist sehr scheu und vorsichtig geworden und verlässt kaum noch unser Grundstück", erzählt die Kellmünzerin.
Und vor wenigen Tagen nun der zweite, fast deckungsgleiche Fall: Zusammen mit ihrer Nachbarin entdeckte die 38-Jährige erneut eine Katze, genannt "Minimez", der ein Fuß und der Schwanz fehlte. Auch dieses schwer verletzte Tier wurde in Babenhausen mit großem Aufwand gerettet. Die Tierärztin sagte den Katzenbesitzern, dass die Verletzungen wohl von einer Falle stammen, so die Polizei.
In beiden Fällen mussten erhebliche Behandlungskosten aufwendet werden, bei "Shunya" waren es 1500 Euro, bei Minimez 600. Für die Kosten haben Nachbarn gesammelt. Da in den übrigen Ortsteilen von Kellmünz bisher keine gleichartig verletzten Katzen entdeckt wurden, vermutet die 38-Jährige einen Fallensteller im Bereich Illerau. In der Siedlung würden aber bereits mehrere dreibeinige Stubentiger herumlaufen.
Gemeinde gibt eine Warnmeldung heraus
Im nächsten Mitteilungsblatt der Gemeinde soll nun eine Warnmeldung erscheinen, ob jemand verdächtige Beobachtungen gemacht hat, bestätigte gestern der Kellmünzer Bürgermeister unserer Zeitung. Aber von konkreten Nachstellungen ist Wolfgang Huber nichts bekannt. Allerdings hätten sich in der Vergangenheit mehrfach massive Beschwerden über eine starke Katzenverbreitung gehäuft: "Bis 25 Tiere tauchen manchmal in verschiedenen Ortsbereichen auf", so der Rathauschef.
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