Ulm Landesposaunentag - das ist zunächst im Zweijahresturnus der Auftritt von 7000 Posaunen, Trompeten, Tuben und Hörnern auf dem Ulmer Münsterplatz, wo dieser größte Posaunenchor der Welt ein mächtiges Konzert aufführt, endend jeweils mit dem Choral "Nun danket alle Gott". Aber der Landesposaunentag ist viel mehr als nur Blasmusik.



Er ist Musikertreff und Gottesdienst, Wiedersehen mit Freunden und musikalische Weiterbildung, Diskussion und Stadtrundgang, Beratung, Gespräch und Wissensaustausch. Ulm erlebt an diesen anderthalb Tagen einen Zustrom an Freunden, auch Bewunderern, der weit über die Zahl 7000 hinausgeht. Denn viele bringen ihre Familie her, nehmen Kind und Kegel mit. Und der Landesposaunentag, jetzt zum 43. Mal vom Evangelischen Jugendwerk Württemberg in Ulm veranstaltet, ist zudem eine organisatorische Großveranstaltung, die Hunderte von Helfern erst auf die Beine bringen.
Beginn auch diesmal wie stets mit einem vorabendlichen Empfang mit Oberbürgermeister Ivo Gönner im Ulmer Rathaus. Als Ehrengast dabei Berhane Temesghen, Pfarrer und Generalsekretär der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Eritrea. Harald Alber wies als Vorsitzender des Evangelischen Jugendwerks darauf hin, dass Württembergs Posaunenchöre mehr als 18 000 Mitglieder zählen, fast die Hälfte nun also in Ulm dabei sei. Oberbürgermeister Gönner versuchte sich zur Freude der rund hundert Versammelten am Posaunentagsmotto "Euer Herz erschrecke nicht! Jesus Christus". Er machte es positiv fest an "Beziehungen unter Menschen, die das Herz höher schlagen lassen". Und der Posaunentag sei ja auch immer wieder ein "wunderbares Fest".
Als solches erwies es sich dann auch wieder am Sonntag, mochte es kühl und zeitweilig regnerisch daherkommen. Über der Stadt lag der Hall der Blasinstrumente. Im Haus der Begegnung Übungsstunde unter dem Thema "Musik als Verkündigung".
Am südlichen Münsterplatz trompeten die "Good ol´ friends" aus Zell am Aichelberg dustere Klänge. An der Hafengasse intonierte das Brassensemble aus Ulm "Wenn Katzen jazzen".
In die Jugendmusikschule am Marktplatz, ins JAM, ins Münster strömten die Musiker, ausgestattet stets mit einem bunten Bändel, das erst den Eintritt ermöglichte. Auch Ulms Stadtführerinnen waren dabei, mussten sich jeweils um vierzig, fünfzig Kinder und Erwachsene kümmern, obwohl je Gruppe nur 25 Teilnehmer vorgesehen waren. Es ging gut, und manche brachte ja auch schon etwas Wissen mit, wie die sechsjährige Marit aus Esslingen, die bereits vorher den höchsten Kirchturm der Welt wusste.
Podiumsdiskussion dann noch im Stadthaus mit Bundesministerin Annette Schavan, Landesbischof Frank Otfried July, Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner, Landesjugendreferent Martin Burger und Harald Alber als Vorsitzendem des Evangelischen Jugendwerks. "Hier wird gebildet", war das Thema, und "Jugendarbeit ist Bildung", wurde einfach forsch verkündet.
"Bildung ist das beste Mittel gegen Armut", fand Annette Schavan und bekannte, "dass es noch viel Kleinkariertheit in den bildungspolitischen Institutionen gibt". Es brauche vollen Einsatz in den kommenden Jahren, fand die Runde vor knapp zweihundert Besuchern, um die Wege, die Menschen zur Bildung gehen müssen, weiter auszubauen.
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