Auch für Sendener Geschäfte steigt der Konkurrenzdruck Von Michael Seefelder

Doch der Konkurrenzdruck von Außen wird immer stärker. Mit den geplanten Giganten Sedelhöfe und Glacis-Galerie und der Übernahme des Mutschler-Centers durch Möbel Mahler würde die Verkaufsfläche in der Region um zehntausende Quadratmeter steigen.
Zu wenig Kunden für zu viele Geschäfte
Joachim Reck, der Sprecher des Industrie-, Handels- und Gewerbeverbandes Senden (IHGV), betrachtet die Entwicklung kritisch. Er sieht vor allem die kleinen Innenstadt-Geschäfte in ihrer Existenz bedroht. „Discount hier, Discount dort. Groß frisst Klein“, fasst er die Situation zusammen. Reck fragt sich, wo die Kunden für all die Geschäfte überhaupt noch herkommen sollen. „Das ist schon eine geballte Ladung, was der Region an Einzelhandelsfläche zugemutet wird“, sagt Reck, der ein Uhren- und Schmuckfachgeschäft in Senden betreibt. Immer neue, „gigantische Malls“ ließen die Innenstädte nun zunehmend ausbluten.
Dass parallel dazu die kleineren Geschäfte in den Ortszentren existieren könnten, glaubt Reck nicht. „Ich kann es mir nicht vorstellen.“ Der IHGV-Sprecher verweist auf das Beispiel Vöhringen. Dort seien viele Ladenlokale schlichtweg nicht mehr vermietbar. Auch in Neu-Ulm würde das Klima durch die GlacisGalerie für die Innenstadtgeschäfte rauer werden.
Entweder in den neuen, großen Einkaufszentren würde etwas angeboten, dass es bisher noch nicht gibt, oder die Kundenströme blieben für die bestehenden einfach aus. Mit Geschäften unterversorgt sei die Region ohnehin noch nie gewesen, eher im Gegenteil. „Senden gibt es schon. Muss man das jetzt toppen, oder verdoppeln?“
Konkurrenz belebt das Geschäft, heißt ein häufig zitierter Satz. Doch mit der Schließung des Promarktes in Ulm (wir berichteten) sind erste Zeichen einer Kannibalisierung spürbar. Der Markt für Elektrospezialisten ist hart umkämpft. Faruk Begovic, geschäftsführender Gesellschafter des Saturnmarktes in Senden, sieht für seinen Standort jedoch keine Gefahr. „Ich bin total entspannt, mit meinem Laden läuft alles gut“, sagt Begovic. Er glaubt nicht, dass ihm Nachteile durch den schärferen Wettbewerb entstehen werden. Letztendlich entscheide nur der Kunde, welches Geschäft er bevorzuge.
Auch im Möbelhaus Inhofer gibt man sich gelassen. Die Übernahme des Mutschler-Centers durch Möbel Mahler macht Edgar Inhofer keine Sorgen. „Wir fürchten die nicht“, sagt der Geschäftsführer. Für sein Haus spreche die gute Lage und das Angebot. „Die Verbraucher bleiben nicht weg“, ist sich Edgar Inhofer sicher.
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