Landkreis (AZ) - Das Grundwasser im Illertal zwischen Bellenberg und Neu-Ulm ist nach wie vor mit Lösungsmitteln belastet. Deshalb sollten in den betroffenen Gebieten Gemüse- und Obstpflanzen während der Erntezeit nicht mit Brunnenwasser gegossen oder gewaschen werden. Das Leitungswasser aus der öffentlichen Wasserversorgung ist dagegen nicht verunreinigt und kann ohne Einschränkungen genutzt werden. Auch das Wasser der Badeseen ist nicht belastet. Darauf weist das Landratsamt Neu-Ulm hin.
Verunreinigungen entstanden vor Jahrzehnten
Die Grundwasserverunreinigungen durch sogenannte Halogen-Kohlenwasserstoffe wie Tetrachlorethen (PER) und Trichlorethen (TRI) entstanden in den 60er- und 70er-Jahren durch den unsachgemäßen Umgang und Unfälle auf den Firmengrundstücken zweier Großreinigungen und der Uhrenfabrik Senden. Im Vergleich zum Vorjahr ergaben sich nur geringe Veränderungen der Grundwasserbelastung in den betroffenen Gebieten, obwohl die Grundwassersanierungen in den Schadenszentren fortgeführt wurden.
Im direkten Abstrom der Uhrenfabrik Senden nahm die Belastung wieder ab, was auf den Betrieb einer mobilen Grundwasserreinigungsanlage zurückzuführen ist. Wie das Grundwasser künftig saniert werden soll, wird noch geprüft. Nach den aktuellen Untersuchungen des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth ist in folgenden Gebieten des Landkreises der Grenzwert für Halogen-Kohlenwasserstoffe von zehn Mikrogramm je Liter Wasser noch überschritten:
Bellenberg im Gebiet nördlich der Linie Leipziger Straße-Silcherweg zwischen Mühlbach und Bahnstrecke Kempten-Ulm (Werte um die 40 Mikrogramm je Liter Wasser).
Vöhringen im Stadtgebiet westlich der Bahnlinie Ulm-Kempten sowie im Stadtteil Illerzell (Werte bis zu 40 Mikrogramm je Liter Wasser).
Senden im Stadtgebiet nördlich der Erich-Rittinghaus-Straße zwischen der Kemptener Straße und der Bahnlinie Ulm-Kempten (bis zu 180 Mikrogramm je Liter Wasser).
Neu-Ulm, Stadtteil Gerlenhofen entlang der Bahnlinie Ulm-Kempten und westlich davon (bis zu 42 Mikrogramm je Liter Wasser).
Neu-Ulm, Stadtteil Ludwigsfeld zwischen Memminger Straße und Breslauer Straße (bis zu 16 Mikrogramm je Liter Wasser).
Neu-Ulm, Stadtteil Burlafingen. Die Belastungen entlang der Thalfinger Straße liegen im Bereich des Grenzwertes nach der Trinkwasserverordnung von zehn Mikrogramm je Liter Wasser.
Das Landratsamt Neu-Ulm rät Gartenbesitzern aus den betroffenen Gebieten zu Vorsichtsmaßnahmen. So sollte das Grundwasser aus Haus- oder Gartenbrunnen nicht als Trinkwasser verwendet werden. Obwohl Halogen-Kohlenwasserstoffe an der Luft rasch verdunsten, empfiehlt die Behörde, vorsorglich während der Erntezeit Gemüse- oder Obstpflanzen nicht mit dem belasteten Brunnenwasser zu gießen.
Gemüse, Obst oder Salat sollten auch nicht mit Brunnenwasser, sondern nur mit dem Trinkwasser gesäubert werden.
Näheres unter Telefon (0731) 7040-421.
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