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09. Februar 2012 10:00 Uhr

Neu-Ulm

Handel: Noerenberg bietet Ulmer Kritikern die Stirn

Misstöne werden lauter: OB befürchtet „kleinliches Konkurrenzdenken“

Gönnt der mächtige Ulmer Handel dem Nachbarn Neu-Ulm seine neue Stärke nicht? Dieser Eindruck beschleicht den Neu-Ulmer Oberbürgermeister. In der Diskussion, wie viel Verkaufsfläche die Region überhaupt verkraftet, weist Gerold NoerenbergKritik aus Ulm scharf zurück. Wie berichtet hatte Josef Röll, Einzelhandelsexperte der Ulmer Industrie- und Handelskammer, kürzlich auf Neu-Ulmer Seite „jegliche Struktur“ in Sachen Handelsentwicklung vermisst. Während es in Ulm mit Blaubeurer Straße und Innenstadt klar definierte Schwerpunkte gebe, wären in Neu-Ulm Fachmärkte „unsystematisch über das Stadtgebiet verteilt“. Gerade die geplanten Erweiterungen am Mutschler-Center durch den neuen Besitzer Möbel Mahler sieht Röll kritisch, er fürchtet Verdrängungswettbewerb und „Kannibalisiierung“.

Oberbürgermeister Gerold Noerenberg widerspricht: „Auch in Neu-Ulm gibt es ein Konzept mit klar umrissenen Schwerpunkten. Da sei einmal die geplante Glacis-Galerie mit 24500 Quadratmetern Verkaufsfläche, aber eben auch das wiederzubelebende Zentrum um das Möbelhaus. Beide Vorhaben könnten sich sogar sinnvoll ergänzen und würden das gemeinsame Oberzentrum Ulm/Neu-Ulm attraktiver machen. „Ich habe das Gefühl, dass die IHK Ulm sehr einseitig lokale Interessen wahrnimmt“, sagt Noerenberg. Zudem befürchte er, dass der lang gepflegte Grundsatz, die Entwicklungen in der jeweiligen Nachbarstadt mit Wohlwollen zu begleiten, nun kleinlichem Konkurrenzdenken Platz mache. Er wundere sich nicht, so der Oberbürgermeister, dass Ulmer Vorhaben von der Ulmer IHK wesentlich positiver beurteilt werden. „Doch wenn das geplante Einkaufszentrum Sedelhöfe in Ulm gut ist, kann auch Möbel Mahler in Neu-Ulm nicht schlecht sein“, sagt er.

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„Hier argumentiert die IHK unsauber“

Im Hinblick auf Möbel Mahler argumentiere die Ulmer IHK im übrigen „unsauber“. Denn bereits jetzt seien im ehemaligen Mutschler-Center 60000 Quadratmeter Verkaufsfläche möglich – und zwar auch mit so genanntem innenstadtrelevanten Sortiment wie Textil oder Sport.

Ziel sei es nun, dass nach der geplanten Erweiterung auf 70000 Quadratmetern Möbel, auf 4000 Quadratmetern Nebensortimente wie Lampen und auf nur noch 15000 Quadratmetern innenstadtrelevante Sortimente verkauft würden. Dies würde laut Noerenberg also wesentlich weniger Konkurrenz für die Glacis-Galerie und die Einzelhändler in der Innenstadt bedeuten. „Rund 30 Jahre lang hat sich beim Einzelhandel in Neu-Ulm kaum etwas bewegt, jetzt gelte es, das Versäumte aufzuholen“, sagt Noerenberg. Natürlich gehe es mit dem Wachstum im Handel nun sehr schnell, auch ihm, sagt er, wäre eine etwas langsamere Entwicklung lieber. Doch die Gelegenheit, in Sachen Handel mit den Nachbarn gleich zu ziehen, sei nun einmal jetzt da. Der CSU-Politiker weiter: „Keiner eröffnet ein Geschäft, um Geld zu verlieren. Der Markt wird entscheiden. Ich bin überzeugt, dass die zusätzlichen Handelsflächen für Neu-Ulm eine Riesenchance sind.“

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