Montag, 27. Juni 2016

06. Juni 2015 00:32 Uhr

Interview

Hauptsache, die Perücke sitzt

Vibrafonist Wolfgang Lackerschmid steht ab heute bei „Ein Sommernachtstraum“ mit auf der Bühne. Die Musik ist für ihn nicht die einzige Herausforderung bei der Ulmer Inszenierung

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„Ich bin verantwortlich für die Gefühle, die ich beim Publikum hervorrufe.“Jazzmusiker Wolfgang Lackerschmid

Herr Lackerschmid, für die Inszenierung von „Ein Sommernachtstraum“ auf der Wilhelmsburg haben Sie nicht nur die Musik geschrieben, Sie stehen auch mit auf der Bühne. Ist das für Sie eine größere Herausforderung, als ein Konzert zu spielen?

Natürlich ist das für mich eine reizvolle und ungewohnte Aufgabe. Bei einem Konzert agiere ich normalerweise wie in einer Hauptrolle. Im Theater spiele ich zwar eine Rolle, passe mich aber musikalisch dem dramaturgischen Geschehen an.

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Sie haben einige Stücke vorbereitet, werden aber auch improvisieren. Wie müssen wir uns Ihre Rolle als Musiker vorstellen?

Von der Regie habe ich Vorgaben für die Stimmung und auch, welches Instrument wann eingesetzt wird, also klangliche Vorgaben. Neben dem Vibrafon gibt es einige Percussioninstrumente, aber zum Beispiel auch eine singende Säge. Welche Töne ich genau spiele, entscheide ich jeden Abend spontan.

Wie kam es zu Ihrer Zusammenarbeit mit dem Theater Ulm?

Ich habe den Intendanten Andreas von Studnitz kennengelernt, als ich mit Markus Lüpertz’ Band TTT ein Konzert im Podium gegeben habe. Da hat er mich angesprochen mit der Idee, „Ghetto“ zusammen zu machen. Ich hatte davor ja schon ausgiebig für verschiedene Theater gearbeitet. Den „Sommernachtstraum“ hatte von Studnitz schon einmal in einer Version von mir in der „Augsburger Puppenkiste“ gesehen. Da habe ich allerdings zur Hälfte auch Musik von Mendelssohn Bartholdy bearbeitet, für eine kammermusikalische Besetzung.

Theater ist eine Kunstform, die von der Vorbereitung lebt, Jazz hingegen erlaubt viel Spontaneität – Sie werden auch auf der Wilhelmsburg improvisieren. Wie geht das zusammen?

Das geht gut zusammen, ich war ja bei etlichen Proben. Da habe ich mit der Zeit gesehen, wie der Ablauf ist. Wir haben da einiges probiert, manches auch wieder verworfen. Ein bisschen Freiheit habe ich als Interpret ja immer.

Reagieren die Schauspieler auch auf Sie?

Ja, nach der ersten Hauptprobe kam zum Beispiel noch die Idee, dass ich einen Schlusssong schreiben soll. Bei der zweiten Hauptprobe haben wir den dann schon aufgeführt. Und die Schauspieler waren sehr angetan.

Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ ist ein Stück über die Verwirrungen der Liebe. Wie macht man das als Jazzmusiker hörbar? Jazz ist ja vielleicht die abstrakteste Musik, die man sich vorstellen kann.

Ich sehe das pragmatisch. Musik ist eine Möglichkeit, Gefühle zu transportieren. Meine Bühnenmusiken funktionieren psychologisch: Sie sollen Gefühle hervorrufen oder verstärken, vielleicht auch eine andere Gefühlswelt dazusetzen. Ich sage das, im Spaß, auch bei meinen Konzerten: Ich bin verantwortlich für die Gefühle, die ich beim Publikum hervorrufe. Der Unterschied im Theater ist, dass ich auch mal negative Emotionen hervorrufen muss.

Was gefällt Ihnen am „Sommernachtstraum“?

Diese Fassung ist wirklich ganz anders als die allgemein bekannte oder die der Puppenkiste. Auf der Wilhelmsburg kommt dieses Verwirrspiel schön zur Geltung und wird mit viel Humor dargestellt. Es ist ja auch nicht der Originaltext. Da wird auch mal der Vibrafonist erwähnt. Oberon etwa schimpft über mich, weil seine Titania für mich schwärmt.

Sie spielen ja in einer Art Hippie-Wohnwagen.

Auf der Bühne gibt es nichts außer den Wohnwagen. Der ist an der Vorderseite aufgeschnitten und fantasievoll bemalt. Das ist mein Zuhause als Musikelfe. Anschließend kommt der Wohnwagen übrigens ins Hymer-Museum.

Sind Sie denn ein Camping-Freund?

Ach, das ist schon lange her. Inzwischen bin ich so viel unterwegs – da ist mir ein gescheites Hotelbett lieber.

Auf der Bühne tragen Sie ja ein quietschbuntes Kostüm – inklusive Perücke. Eine neue Erfahrung?

Mit Perücke zu spielen, das bin ich nicht gewohnt. Früher hatte ich tatsächlich auch mal solche Haare, aber die waren festgewachsen. Jetzt mit der Perücke muss ich aufpassen, dass ich mich nicht zu viel bewege. Natürlich wird’s einem darunter auch ganz schön warm.

Interview: Marcus Golling

Beginn ist heute, Samstag, um 21 Uhr. Es gibt noch Karten unter theater.ulm.de/karten oder an der Abendkasse.

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