Stadt fördert Einbau neuer Heizungen
Ulm Die Stadt Ulm will mehr Haus- und Wohnungsbesitzer zum Energiesparen bringen. Neue Richtlinien fördern es, wenn durch Umbauten Energiefresser ausgetauscht werden – von der Stadt Ulm winkt den Bürgern nun ein Extra-Zuschuss.
„40 Prozent des Gesamtenergieeinsatzes werden in Privathaushalten verbraucht, deshalb ist dort jede Einsparung so wichtig“, erklärt Kreishandwerksmeister Michael Stoll. Mit ihm zusammen haben die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) und die Stadt Ulm die neuen Förderungsrichtlinien auf den Weg gebracht.
Hundert Euro für Check und neue Umwälzpumpe
Diese enthalten mehrere Fördermöglichkeiten für Ulmer Bürger. Im Zentrum steht dabei der sogenannte Energieeffizienz-Check. Dadurch können auch Hausbesitzer gefördert werden, die statt Komplettumbau nur eine bestehende Heizungsanlage optimieren möchten. „Der Alltag in der Energieberatung hat einfach gezeigt, dass die Vollsanierung seltener gewünscht wird, und es immer öfter nur eine Teilsanierung sein soll“, sagt Jürgen Schipek, Energie-Effizienzmanager der SWU. Beim geförderten Energieeffizienz-Check überprüfen Handwerker mit einer entsprechenden Zusatzqualifikation die Heizungsanlagen und empfehlen anschließend Verbesserungsmöglichkeiten. Von der Stadt gibt es dafür hundert Euro – insgesamt stehen im Jahr 30000 Euro zur Verfügung, es können also 300 Maßnahmen gefördert werden.
Nötig haben es viele Heizungsanlagen, meint Kreishandwerksmeister Stoll. Ein besonderer Dorn im Auge sind ihm alte Umwälzpumpen. Mit neuen, energieeffizienten Exemplaren lässt sich oft die Hälfte des Stroms einsparen – „das sind 100 bis 150 Euro im Jahr, da hat sich so ein Austausch in drei Jahren gelohnt“, sagt Stoll. Ein anderer Fall ist ein sogenannter hydraulischer Abgleich. Dabei werden Heizkörper, die unterschiedlich warm werden, vom Heizungstechniker am Ventil so geregelt, dass der Durchfluss gleichmäßig ist – und nicht ein Heizkörper vorne im System glühend heiß ist, während der letzte nur lauwarm wird. Auch dadurch lassen sich erstaunlich große Energiemengen einsparen. „Es sind so kleine Maßnahmen, die eine so große Wirkung haben“, erklärt Stoll. Mit den neuen Förderrichtlinien verändert die Stadt Ulm die bisherigen Förderschwerpunkte. Regenerative Energien werden nur noch in Sonderformen unterstützt: „In diesem Bereich wollen wir nur gebäudeintegrierte Fotovoltaikanlagen fördern, eine vertikale Fassade aus Solarzellen beispielsweise – die sind nicht so rentabel. Die sonstigen Solaranlagen fördern sich durch die Vergütung selbst“, berichtet Volker Jescheck, Hauptabteilungsleiter Stadtplanung, Umwelt und Baurecht der Stadt Ulm.
Nun steht mit der Förderung von Passivhäusern, Nullenergiehäusern, Fernwärme- und Mini-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen die Effizienz im Vordergrund – und mit dem Zuschuss zu Energieeffizienz-Checks werden auch vermeintlich kleinere Einsparpotenziale entdeckt und unterstützt.
Jescheck freut sich über die neue Fördermöglichkeit. Seiner Meinung nach gibt es in Sachen Energiesparen beim Heizen noch viel zu tun: „Beim Durchschnittsverbrauch des Autos schaut man ständig drauf, für Heizungen ist das Bewusstsein noch nicht so da – da bekommt man die Rechnung eben nur einmal im Jahr.“ (tai)
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