Weißenhorn Anlässlich des 850-jährigen Stadtjubiläums lud die Stadt Weißenhorn erstmals zu einem Neujahrsempfang in die Stadthalle ein. Vor vollem Haus ließ Bürgermeister Dr. Wolfgang Fendt das vergangene Jahr kurz Revue passieren. "Die Herausforderung für die Politik und die Wirtschaft ist immens groß", so Fendt und fordert die Verantwortlichen auf, sich wieder alter Tugenden zu besinnen. "Noch haben die Menschen Vertrauen, sorgen sie dafür, dass es so bleibt", mahnte er. "Weißenhorn selbst hat mit vielen Investitionen seinen Beitrag dazu geleistet, wir haben eine Kinderkrippe geschaffen, die bis zum letzten Platz ausgebucht ist, Schulen renoviert und den Hauptplatz umgebaut", zählt Bürgermeister Fendt auf. Speziell der Hauptplatzumbau mit der zeitgleichen Sanierung der Straße Richtung Roggenburg habe das Weißenhorner Gewerbe und die Bürger sehr gefordert.


Auch neue Projekte hat die Verwaltung schon auf ihrer Agenda stehen. So soll die Weißenhorner Realschule eine neue Sporthalle bekommen, die Schlösser werden saniert und die Memminger Straße wird ausgebaut. "Sicherlich muss aufgrund der immensen Kosten der Stadtrat eine Prioritätenliste beschließen", so Fendt, "dennoch, die notwendigen Mittel für Schulen und Kindergärten müssen zur Verfügung stehen, denn das ist die Zukunft unserer Stadt. Packen wir´s an", fordert der Erste Bürgermeister die Anwesenden auf.
Landrat Erich Josef Geßner war voller Anerkennung für die Fuggerstadt. "Als älteste Stadt im Landkreis Neu-Ulm haben sie eine reiche Historie, davon zeugt auch ihr Stadtbild", so Geßner. Über 28 Millionen Euro hat der Landkreis allein in die Stiftungsklinik investiert, informierte der Landrat. "Damit haben sie ein Krankenhaus, das alle Anforderungen an eine moderne Klinik erfüllt. Allein die Weißenhorner Realschule hat 1,26 Millionen Euro aus den Mitteln des Kreises erhalten. "Man sieht, Weißenhorn liegt dem Landkreis sehr am Herzen."
Positives würdigen
"Täglich hört und liest man in den Medien, was Schlimmes und Furchtbares in der Gesellschaft passiert. Umso wichtiger ist es, Positives zu würdigen und zu ehren", leitete Fendt eine weitere Neuerung der Stadt Weißenhorn ein: Um verdiente Bürger der Stadt für ihr Engagement würdig zu ehren, hat der Weißenhorner Stadtrat beschlossen, künftig an jedem Neujahrsempfang die Weißenhorner Verdienstnadel samt Urkunde zu verleihen.
Die ersten Ehrenzeichen konnte Bürgermeister Dr. Wolfgang Fendt an Heinz Schulz, Alois Miller und Ingeborg Sedelmeier unter großem Beifall verleihen.
Heinz Schulz war von 1966 bis 2008 Mitglied im Weißenhorner Stadtrat und brachte sich in diesen 42 Jahren mit dem Streben nach Gerechtigkeit und Gleichheit aller Bürger ein. Wichtig waren Schulz auch stets die Belange der Vereine und des Sports. Von 1990 bis 1997 war er dazu noch Ortsbeauftragter von Bubenhausen. Er ermöglichte durch seinen Einsatz die Realisierung des Weißenhorner Freibades. 1984 erhielt Heinz Schulz bereits die kommunale Dankurkunde.
Seit Juni 2004 pflegt Alois Miller seinen halbseitig gelähmten und auf einen Rollstuhl angewiesenen Bruder. Um dies zu schaffen, ist Alois Miller aus seinem neu gebauten Haus aus- und wieder in das Elternhaus eingezogen. Obwohl er selbst schwer erkrankt ist, kümmert er sich aufopferungsvoll um seinen Bruder.
Ingeborg Sedelmeier wurde für ihre jahrzehntelange Arbeit und ihr soziales Engagement ausgezeichnet. Zwölf Jahre war sie Vorsitzende der Caritas Sozialstation für Weißenhorn, Pfaffenhofen und Roggenburg. Außerdem ist Ingeborg Sedelmeier Gründerin verschiedener Selbsthilfegruppen, Betreuungsperson für Hilfsbedürftige und sehr aktiv in der Kirche. Leider konnte Ingeborg Sedelmeier die Ehrung nicht selbst in Empfang nehmen, da sie zum Zeitpunkt der Verleihung bei ihrer Tochter in Freiburg weilte, die zeitgleich einen weiteren Enkel für die Geehrte erwartete.
Bürgermeister Dr. Wolfgang Fendt war sichtlich berührt von der Arbeit der Geehrten und gleichzeitig stolz, dass die Stadt Weißenhorn nun dieses Engagement der Bürger würdigt.
Unterstützt durch das Weißenhorner Bläserensemble hatten die Verantwortlichen des ersten Neujahrsempfangs einen festlichen Rahmen geschaffen. Auch die Gäste waren angetan. "Es ist schon toll, wenn Menschen, die immer für andere da sind, auch einmal ein Wort des Dankes erfahren", lobte ein Gast die Veranstaltung.
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