Ulm Das HfG-Archiv platzt aus allen Nähten. Für neue, verlockende Bestände würde ein doppeltes Raumangebot, als es das bisherige Domizil in der ehemaligen Pionierkaserne vorweist, vonnöten sein. Von der fast notdürftigen Enge in den Räumlichkeiten in der Basteistraße konnte sich der Kulturausschuss gestern vor Ort direkt ein Bild machen. Die Variante eines Umzugs des Archivs ins noch zu renovierende originale HfG-Gebäude auf dem Hochsträß fand in der anschließenden Debatte ungeteiltes Echo. Von Roland Mayer


Dies bedürfe jedoch einer äußerst sensiblen Abstimmung mit der Stiftung HfG Ulm, die momentan unter Federführung ihres Vorstandsvorsitzenden Dr. Dieter Bosch den Renovierungsgedanken der legendären Hochschule für Gestaltung mit Blick auf einen "Design-Park" auf dem Hochsträß vehement vorantreibt. Das HfG-Archiv sei das kulturelle Erbe der Stadt - und es müsste auf dem Oberen Kuhberg auch weiter in städtischer Hand bleiben, betont Sabine Mayer-Dölle.
Für Dr. Thomas Kienle (CDU) stellt sich bei den Verwaltungsvarianten, das HfG-Archiv in der Pionierkaserne auszubauen oder aufs Hochsträß umzuziehen, nicht die Frage nach einer "Nostalgiemarke", sondern nach der Substanz. Eine Kulturstiftung mit Stiftungslehrstühlen, ein Technik-Park auf dem Hochsträß? Auch Reinhold Eichhorn (FWG) fasst hier ein HfG-Archiv ins Auge. "Hier muss man raus", meint Jürgen Filius (GRÜNE) zur Pionierkaserne. Er verspricht sich von einem HfG-Archiv am Kuhberg mit Lehrtätigkeit zusätzliche Impulse. "Wir müssen was machen, das ist sonst blamabel für Ulm", sagt Lisa Schanz (SPD).
Die Zeit drängt. Es bedürfe einer raschen Positionierung, das Erbe der HfG zeitgemäß zu archivieren, inventarisieren und zu sichern, bevor andere Archive oder Museen den Zuschlag bekommen für wertvolle Einzelschenkungen und Deposita (Grafiken und Modelle), wie sie jetzt auch Professor Hans Roericht mit seiner internationalen Design-Bibliothek via Ulm macht.
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