Landfrau erhält Bundesverdienstkreuz am Bande – und zieht sich aus dem Amt zurück Von Bernhard Junginger
Neu-Ulm/München Für ihr „herausragendes Engagement“ ist die langjährige Kreisbäuerin Hildegard Mack aus Pfaffenhofen gestern mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Die Übergabe des Ordens allerdings wurde aus traurigem Anlass auf Anfang Februar verschoben. Denn die bayerische Justizministerin Beate Merk aus Neu-Ulm, die es sich nicht nehmen lassen wollte, ihre CSU-Parteifreundin selbst zu ehren, musste wegen der Trauerfeier für den in Dachau ermordeten Staatsanwalt absagen.
Nach 15 Jahren nicht mehr zur Wiederwahl gestellt
Die Auszeichnung markiert gleichzeitig Höhepunkt und Schlusspunkt des Wirkens von Hilde Mack als Kreisbäuerin. Bei den Neuwahlen zur Kreisbäuerin gestern Abend in Hegelhofen wollte sie nicht mehr antreten. „Nach 15 Jahren tut eine Veränderung im Kreisverband gut“, sagte sie gegenüber unserer Zeitung. Ob eine Nachfolgerin gewählt wurde, stand bei Redaktionsschluss allerdings noch nicht fest.
Hildegard Mack ist seit 1997 als Kreisbäuerin und Mitglied der Bezirksvorstandschaft ehrenamtlich im Bayerischen Bauernverband (BBV) aktiv. Zudem nimmt sie, so der Bauernverband in einer Pressemitteilung, „seit Jahren öffentliche Aufgaben wahr und erbringt ihre Dienste für das bayerische Gemeinwesen sowie politisch als Gemeinde- und Kreisrätin“. Seit 2001 vertritt sie die Landfrauen im Bayerischen Landesfrauenrat und gehört seit 2005 dem dortigen Hauptausschuss an. Zu den ersten Gratulanten zählten der Landesvorstand und die Landfrauengruppe im Bayerischen Bauernverband. „Wir sind stolz, dass Hildegard Mack eine von uns ist“, so Landesbäuerin Annemarie Biechl in ihrem Gratulationsschreiben. Sie würdigte Hildegard Macks „außergewöhnlichen Einsatz und ihr über 20-jähriges Engagement für den Berufsstand, die bayerische Landwirtschaft und das Gemeinwohl“. Die Landfrauenarbeit liege ihr besonders am Herzen. Als Kreisbäuerin habe sie die Landfrauenarbeit in ihrem Kreisverband Neu-Ulm, im Bezirk Schwaben und auf Landesebene entscheidend geprägt und vorangebracht. „Hildegard Mack packt an vielen Stellen an – aus innerer Überzeugung und dem Wunsch, mitzugestalten. Wir freuen uns mit ihr über eine so hohe öffentliche Ehrung“, so die Landesbäuerin.
Wie Hildegard Mack gegenüber unserer Zeitung sagte, hat sie sich bereits vor geraumer Zeit entschieden, keine weitere Amtsperiode als Kreisbäuerin anzuhängen. „Man soll zur richtigen Zeit aufhören“, so Hilde Mack. Bei der Versammlung des BBV-Kreisverbands gestern Abend in Hegelhofen, die bei Redaktionsschluss noch nicht beendet war, stand somit die Wahl einer Nachfolgerin auf der Tagesordnung.
Quereinsteigerin als Nachfolgerin im Gespräch
Als Favoritin war Christiane Ade aus Gerlenhofen im Gespräch. Die 39-jährige Mutter von drei Kindern bewirtschaftet zusammen mit ihrem Mann einen Milchvieh- und Ackerbaubetrieb.
Christiane Ade ist gewissermaßen eine Quereinsteigerin: Mit ihrem zukünftigen Mann lernte sie auch die Landwirtschaft kennen und lieben, gab ihr Medizinstudium auf und absolvierte eine hauswirtschaftliche Ausbildung.
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