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11. März 2010 20:20 Uhr

Illertissern platzt die Wasserleitung und der Kragen

Illertissen Etliche Illertisser sind derzeit nicht allzu gut auf den Rat ihrer Stadt zu sprechen: Ihnen platzt der Kragen, weil schon mehrere Wasserleitungen geplatzt sind. Der Grund ist ein neuer Hochbehälter beim Stadtteil Jedesheim, der eigentlich die Wasserversorgung verbessern soll. Allerdings gibt es Nebenwirkungen: Durch das neue Reservoir hat sich der Druck in den Leitungen auf 5,5 bar fast verdoppelt: Ein Vorteil für Bürger, deren Wohnungen in lichter Höhe liegen, ihre Duschen spritzen jetzt kräftiger; ein Nachteil für Hausherren, deren Domizile sich in den Niederungen der Vöhlinstadt befinden: Der höhere Druck macht den Leitungen zu schaffen, namentlich, wenn sie nicht mehr ganz neu sind.

Illertissern platzt die Wasserleitung und der Kragen
Foto: ALFA

Bereits im Vorfeld wurde das Problem erkannt - aber augenscheinlich nicht gebannt. Die Stadtverwaltung versuchte, sich mit dem Hinweis, Häuser mit Druckminderern nachzurüsten, aus der Affäre zu ziehen. Aber offenbar ging es den Rathausexperten wie dem Rufer in der Wüste, der unerhört blieb.

Da bekanntlich schief geht, was schief gehen kann, dauerte es nicht allzu lange, bis sich die Befürchtungen erfüllten - genauer gesagt, praktisch gleichzeitig mit der Inbetriebnahme des Wasserhochbehälters am Dienstag dieser Woche platzte die erste Leitung.

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Ein Sturzbach aus Dreck und Wasser

Ironie des Schicksals: als Premiere barst ein Hauptrohr des städtischen Leitungsnetzes auf dem Schlossberg. Vielleicht hätte der eine oder andere Kritiker von Rat und Verwaltung sich jetzt in Schadenfreude ergehen können - wäre da nicht der gebürtige Vietnamese Tran Dinh Lang gewesen, über dessen liebevoll restaurierte Doppelhaushälfte am Fuße des Illertisser Wahrzeichens ein Sturzbach aus Dreck und Wasser hereinbrach und die Wohnräume verwüstete. Die Feuerwehr musste mit Spezialgerät anrücken, um den Schlamm aus dem Haus zu schlürfen. Auch andere Gebäude waren betroffen, wenngleich weniger schwer als das Haus des Vietnamesen.

Immerhin - das Krisenmanagement der Stadt funktionierte: Nach dem Rohrbruch stapelten Bauhofmitarbeiter wie weiland bei den Jahrhunderthochwässern Sandsäcke um die in der Gefahrenzone liegenden Anwesen - eine etwas bizarr anzuschauende Situation, denn die besagten Gebäude haben Hanglage und schienen damit vermeintlich sicher vor einer eventuell über die Ufer tretenden Iller.

Der ersten Panne folgten in dieser Woche weitere: Bei der sich ohnehin in unruhigem Fahrwasser befindlichen Firma Ruku wurden Teile des Freigeländes geflutet, weil ein Rohr vor dem erhöhten Wasserdruck kapituliert hatte. In der Nachbarschaft des abgesoffenen Hauses der deutsch-vietnamesischen Familie gab ein Boiler den Geist auf - Ursache soll auch dort der Hochdruck gewesen sein. Dass die städtische Versicherung wahrscheinlich für den Schaden von Tran Dinh Lang aufkommt, dürfte den 48-Jährigen nur in Teilen trösten. Seit dem Kauf der Doppelhaushälfte vor sechs Jahren haben er, seine Frau und die drei Kinder jede freie Minute in die Renovierung gesteckt.

Die verbale Einordnung der Pleiten, Pech und Pannen-Serie hat an diversen Stammtischen bereits begonnen. Ein erstes Fazit lautet: "Der neue Hochbehälter ist ein Rohrkrepierer." (iz, kr)

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