Neu-Ulm Die Schlüsselstelle ist gemeistert, der Weg zum Gipfel ist frei: Die Mitglieder der Sektion Neu-Ulm des Deutschen Alpenvereins (DAV) votierten am Montagabend einstimmig für den Bau des Kletterzentrums Donau/Iller auf dem Nelson-Gelände. Am 28. November ist Spatenstich für das Millionenprojekt, ein Jahr später soll die Anlage eröffnet werden.

Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung ging es vor allem um die Details der Finanzierung, wobei hier in den nächsten Tagen noch einmal ein gewaltiger Schub erwartet wird. Ganz offensichtlich stehen zusätzliche Sponsoren in den Startlöchern. Vorstellbar wäre beispielsweise, dass sich ein Geldgeber analog zur in "Ratiopharm-Arena" umgetauften Multifunktionshalle die Namensrechte am Kletterzentrum sichert. Von Dieter Danks gab es dazu keine Bestätigung und kein Dementi. Aber der Sektionschef sagte immerhin: "Wir gehen davon aus, dass wir auch die 400 000 Euro für Bauabschnitt zwei problemlos aufbringen können." Dabei geht es um Geschäfts- und Jugendräume. Die Kosten für das eigentliche Kletterzentrum sind auf 3,5 Millionen veranschlagt, der Finanzplan ist nach Danks Einschätzung "wasserdicht". In zehn Jahren will die Sektion schuldenfrei sein. Einen Zuschuss und ein zinsgünstiges Darlehen über insgesamt eine Million gibt es vom Hauptverein, 200 000 Euro an Sponsorengeldern sind schon jetzt fest zugesagt und mit zusätzlichen Einnahmen kann die Sektion sicher planen.
Bei der Mitgliederversammlung wurde beispielsweise der Verkauf der vereinseigenen Hütte "Teufels Backofen" bei Seißen beschlossen, mit deren Betrieb in den vergangenen Jahren meist rote Zahlen geschrieben wurden. 220 000 Euro hätte die Sektion gern für die Hütte, für weniger als 180 000 ist sie auf keinen Fall zu haben.
Mittelfristig rechnen die Neu-Ulmer außerdem damit, dass das Kletterzentrum in den nächsten zehn Jahren rund 4000 neue Mitglieder anzieht, womit sich die Zahl der in der Sektion Neu-Ulm organisierten Bergsportler annähernd verdoppelt. Das spült pro Jahr zusätzlich 80 000 Euro in die Kassen, wovon aber nur etwa die Hälfte in das Kletterzentrum investiert wird.
Schließlich ist nach langen und zähen Verhandlungen auch eine Einigung mit der Nachbarsektionen Ulm und SSV 1846 in Reichweite. Ursprünglich wollten sich die Alpinisten dies- und jenseits der Donau beim Bau des Kletterzentrums zu einer Seilschaft zusammenschließen, dann entschieden sich die Neu-Ulmer doch zu einem Alleingang und die Württemberger verkrochen sich zwischenzeitlich in ein Schmoll-Biwak. Am vergangenen Wochenende hat DAV-Geschäftsführer Thomas Urban bei einem Gipfeltreffen vor Ort vermittelt und die Vorsitzenden der Ulmer Sektionen sind nun bereit, Nutzungsverträge für die Kletterhalle mit den Neu-Ulmern abzuschließen. "Wir haben den Gordischen Knoten durchschlagen", sagte Danks zufrieden.
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