Ulm (roma) - Ein farbenreiches Kontrastprogramm von Barockliteratur bis zum Tonmaler Tschaikowsky bot das Musica Viva Orchester beim 2. Meisterkonzert der Württ.-Bayer. Konzertdirektion im Einsteinsaal des Congress Centrums. Dabei stand keine Effekthascherei, sondern eher stilles, kammermusikalisches Musizieren im Vordergrund.

Im dritten Satz des Bach-Konzerts A-Dur (BWV 1055), der Bearbeitung für Klavier, erfreuen den Zuhörer fast höfische Tanz-Ornamente. In Tschaikowskys d-Moll Streichsextett ("Souvenir de Florence") sind es blühende Romanzen. In Max Regers Arie für Streichorchester nach dem Bach'schen Choralvorspiel "Oh Mensch bewein dein Sünde groß" ist es diese sakral-musikalische Ästhetik, die tief bewegt.
Bereits hier zeigt sich das Musica Viva Orchester bereits als eingeschworenes Ensemble: Kontrabass und Celli in der Mitte sorgen für ein samtiges Fundament. Wie aus einer Erdspalte dringen die sonoren Klänge, die links von den ersten Geigen, rechts von den weiteren Streichern in sich gekehrt umspielt werden. Dirigent Alexander Rudin zelebriert bei Regers Streicherarie nach Bachs Orgelbüchlein ohne viel Aufwand das Funkeln eines Kleinods. Nahezu vibratolos erzeugt das Kammerorchester in Mozarts Klavierkonzert Nr. 11 (F-Dur, KV 413) meditativ wirkende Klangschübe. Dazu modelliert Konstantin Lifschitz wie entrückt fast jeden Ton einzeln am Flügel. Das verleiht Transzendenz und Erdenschwere in einem Aufguss.
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