Weißenhorn Will die Firma Peri künftig konkurrenzfähig bleiben, dann muss die Rudolf-Diesel-Straße gesperrt werden: Das machte Geschäftsführer Christian Schwörer in einer Anliegerversammlung im Sitzungssaal der Firma deutlich. "Wir können nicht zurücktreten." Zu der Informationsveranstaltung kamen rund 50 Stadträte sowie Anlieger und Unternehmer aus dem Eschach - viele sehen die Sperrung kritisch. Von Jens Carsten

Neben Weißenhorn waren andere Standorte im Gespräch
Schwörer schilderte die Situation seines Unternehmens: Bis 2005 sei die Peri GmbH "stark gewachsen". Um die Nachfrage zu bedienen, hätten Produktionsstätten vergrößert werden müssen. Damals seien neben Weißenhorn auch andere Standorte, etwa in Polen, begutachtet worden. Doch die Fuggerstadt habe das Rennen gemacht, so Schwörer. Die Infrastruktur sei gut, die Mitarbeiter sehr gut ausgebildet, es könnten hohe Stückzahlen produziert werden. Das Problem: Die Rudolf-Diesel-Straße verlaufe durch das Werksgelände, dies verlangsame die Produktion. Schwörer: "Wenn wir international bestehen wollen, brauchen wir ein zusammenhängendes Werksgelände."
Derzeit lägen Produktionsstätten im Norden und Süden der öffentlichen Straße - Waren und Teile müssten über die Fahrbahn transportiert werden. Stapler laden die Produkte auf Lastwagen, diese bringen die Waren über die Diesel-Straße zum südlichen Werksgelände. Dort laden Stapler die Produkte ab und bringen sie zur weiteren Verarbeitung in die südliche Fertigung. Um den Transport schneller und sicherer zu machen, müsse die Straße gesperrt werden, sagte Schwörer. Dann könnten die Werkshallen im Norden und Süden wohl auch aneinander angeschlossen werden.
Bereits im Jahr 2006 hatte die Firma nach Alternativen gesucht, um die Diesel-Straße offen halten zu können - aber keine gefunden. Eine Ampel zeige wohl meistens Rotlicht, dies käme laut Schwörer einer "faktischen Schließung" gleich. Auch eine Überführung war geprüft worden, aber die Straße sei nicht breit genug, um eine Brücke mit einer Steigung zu bauen, die Stapler noch befahren könnten. Schon 2006 seien Gespräche mit Anliegern und Bürgern geführt worden, sagte Schwörer. Er räumte jedoch ein: "Wir hätten eine Versammlung für alle machen sollen."
Nach einem zustimmenden Signal im Stadtrat - ein endgültiger Beschluss liegt bislang offenbar noch nicht vor - habe die Firma inzwischen über 100 Millionen investiert, sagte Schwörer. Dazu gehören unter anderem eine 36 000 Quadratmeter große Industriehalle, ein Biomasse-Kraftwerk und Lastwagen-Stellplätze. Im Zuge von Baumaßnahmen sei die Diesel-Straße bereits vier Wochen gesperrt gewesen. Schwörer: "Das hat weder für Aufsehen noch für ein Verkehrschaos gesorgt."
Die Krise habe Notwendigkeit für eine Schließung weiter verschärft. Derzeit würden weniger Waren produziert, die Kosten pro Stück seien deshalb hoch. Peri müsse den Transport auf dem Werksgelände einfacher gestalten: "Die Schließung ist umso wichtiger." Zudem sei nach Bestimmungen des Zolls ein geschlossenes Werksgelände sinnvoll. Auch solle die Anlage für die Pulverbeschichtung ausgebaut werden: "Dann bräuchten wir auch Flächen der Diesel-Straße."
Geschäftsführer Schwörer bekannte sich zum Standort in der Fuggerstadt: "Wir hängen an Weißenhorn." Die Diesel-Straße soll hinter der Einfahrt zu den Lastwagen-Parkplätzen mit einem Schiebetor oder einer Schranke gesperrt werden. Dort soll auch ein Pförtnerhaus entstehen.
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