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04. Februar 2010 20:55 Uhr

Neu-Ulm

Islamismus: Verdächtige bleiben in Haft

Wurden sie für den "Heiligen Krieg" radikalisiert? Die drei mutmaßlichen Islamisten, die am Mittwoch bei einer Razzia festgenommen worden sind, sitzen in Untersuchungshaft. Der Prozess wird aber frühestens im Sommer beginnen. Von Roland Ströbele

Das ehemalige islamische Multi-Kultur-Zentrum in Neu-Ulm (Archivbild).
Foto: pu gr/ma/kd

Die drei mutmaßlichen Islamisten, die am Mittwoch bei einer bundesweiten Razzia festgenommen worden sind, sitzen jetzt in Untersuchungshaft. Der Haftrichter beim Amtsgericht Stuttgart hat die Haftbefehle in Vollzug gesetzt. Damit bleiben die drei Männer vermutlich bis zum Prozess in drei verschiedenen Untersuchungsgefängnissen.

Die Hauptverhandlung kann nach Einschätzung von Staatsanwältin Claudia Krauth frühestens in einem halben Jahr beginnen. Von den vier übrigen Männern im Alter zwischen 24 und 49 Jahren, nach denen ebenfalls gefahndet wird, fehlt nach wie vor jede Spur. Sie sind nach Einschätzung der Fahnder rechtzeitig in Saudi-Arabien und Pakistan untergetaucht.

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In Neu-Ulm für den "Heiligen Krieg" radikalisiert

Auch sie sollen, wie die drei am Mittwoch Festgenommenen, früher in der Region Ulm/Neu-Ulm aktiv gewesen sein und sich regelmäßig im inzwischen vom Innenministerium geschlossenen Multikulturhaus getroffen haben. Auch dort sollen gewaltbereite Islamisten für den "Heiligen Krieg" radikalisiert worden sein. Der in Ulm verhaftete Mann hat in Neu-Ulm einen Autohandel betrieben und wohnte im oberen Stockwerk des früheren Multikulturhauses, bis es geschlossen wurde. Der Mann, der in Wiesbaden festgenommen worden ist, war nach vorliegenden Informationen zeitweise Vorsitzender des Trägervereins dieser Vereinigung, die seit Jahren im Visier der Terrorfahnder und Staatsschützer ist.

In Terrorcamps für bewaffneten Kampf angeworben

Wie berichtet, soll die Gruppe mehr als 100 Personen aus dem ganzen Bundesgebiet ideologisiert und radikalisiert haben. Sie wurden anschließend an ägyptische Koran- und Sprachschulen vermittelt und sollten dann für Terrorcamps angeworben werden. Dort sollten sie nach den Vermutungen der Fahnder für den bewaffneten Kampf ausgebildet werden. Die Festgenommenen - sechs Männer mit deutschem Pass und ein Ägypter - werden der Bildung einer kriminellen Vereinigung beschuldigt. Roland Ströbele

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