Mittwoch, 18. Oktober 2017

30. September 2016 00:35 Uhr

Gastspiel

Jüdisches Schicksal aus Ulm kommt auf die Bühne

Liora Hilb hat ein Stück über die Geschichte ihrer Familie geschrieben. Es ist nun im Akademietheater zu sehen

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Zwei Ohrringe der Ulmer Jüdin Jenny Moos überstanden auf unbekannte Weise das KZ Theresienstadt – und kamen irgendwann in die Hände ihrer Enkelin, der Frankfurter Schauspielerin Liora Hilb. Im Goldring, den die 60-Jährige trägt, ist einer der Brillanten aus dem großmütterlichen Ohrringpaar gefasst. Liora Hilb wurde in Tel Aviv geboren, wohin ihrem Vater Kurt 1937 die Flucht gelungen war, und kehrte mit ihrer Familie 1962 nach Deutschland zurück. Für sie, als Kind aufgewachsen mit dem Schweigen ihrer Eltern über die Vergangenheit, wurden die Ohrringe zu einer Brücke in die Familiengeschichte; sie recherchierte. Das daraus entstandene Stück „RemembeRing“, uraufgeführt im Februar im Theaterhaus Frankfurt, zeigt die Schauspielerin vom 5. bis 8. Oktober (jeweils um 20.15 Uhr) im Akademietheater am Kuhberg.

Liora Hilbs Ein-Frau-Stück, bei dem ihre Tochter Stella im Video auftritt, erzählt eine sehr persönliche Geschichte – und will doch weit über sie hinausgreifen, indem Stella Hilb Zitate aus Briefen und aus aktuellen Interviews mit Frankfurter Schülern über die Themen Holocaust, Heimat und Fremdsein einstreut. Denn zur Heimat wurde Palästina für Kurt Hilb nie. In den 25 Jahren, die er dort lebte (und obwohl er dort eine geborene Jüdin heiratete) lernte er kein Hebräisch.

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An die gemeinsame Sprache ihrer Eltern kann sich Liora Hilb nicht erinnern, denn die Mutter sprach umgekehrt kein Deutsch. Hilb überredete seine Familie zur Rückkehr nach Deutschland – allerdings nach Frankfurt und nicht nach Ulm, wo seine Eltern Jenny und Julius Hilb in der Wengengasse ein Textilgeschäft geführt hatten. Julius Hilb starb bereits 1929, das Geschäft wurde zehn Jahre später arisiert. 1942 – kurz vor der Deportation – heiratete Jenny Hilb den Witwer Hugo Moos. Moos starb im Konzentrationslager Theresienstadt, seine Frau wurde im Januar 1943 in Auschwitz ermordet.

Vater Kurt, der Onkel Otto, den er nach Palästina retten konnte, die Cousine – die Überlebenden der Shoah schwiegen, und Liora Hilb machte sich aus der Empfindung der Wurzellosigkeit heraus auf die Suche nach ihrer Familiengeschichte. Ihr Stück, sagt sie, soll der heutigen jüngeren Generation Mut machen: Fragt rechtzeitig, solange die Menschen noch leben, die erzählen können.

Im Anschluss an die Abendvorstellung am 5. Oktober stellt sich Hilb zum Gespräch. Unter den Schulvorstellungen gibt es nur noch für den 7. Oktober Karten. (köd)

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