Im Streit zwischen dem Weißenhorner Tierheim und einem Landwirt, der seine Vierbeiner schlecht behandelte, schaltete sich Justizministerin Beate Merk ein. Sie hat sich selber schon einen Hund aus dem Heim geholt.

Tierheim erhält Hilfe von ganz oben: Aus aktuellem Anlass stattete die bayerische Justizministerin Dr.Beate Merk dem Kreistierheim in Weißenhorn kürzlich einen Besuch ab: Die Vorsitzenden des Tierheims hatten sich an die Justizministerin gewandt, da sie trotz eines Gerichtsbeschlusses die Durchsetzung eines Tierhalteverbotes gegen einen Landwirt aus dem Raum Altenstadt gefährdet sehen. Die vor dem Landwirt geretteten und nun im Heim gesund gepflegten Vierbeiner sollen auf keinen Fall zurück in die Hände des Vorbesitzers gelangen.
Beleidigungen und Morddrohungen
Im besagten Fall wurden dem Tierhalter nach einer Anzeige per Gerichtsbeschluss sämtliche Nutztiere sowie 18 Hunde weggenommen, da die Tiere im total verwahrlosten Zustand gehalten wurden. (NUZ berichtete). Unter Beleidigungen, Morddrohungen und mit massivem Polizeieinsatz wurden die Vierbeiner abgeholt. Die erkrankten Hunde waren ins Weißenhorner Tierheim gebracht worden und dort aufgepäppelt worden.
Trotz Tierhalteverbots mussten zwei Hündinnen auf Beschluss des Verwaltungsgerichts dem Bauern zurückgegeben werden. Der Landwirt sei aber angeblich der damit verbundenen Auflage, die beiden Hündinnen sterilisieren zu lassen, bisher noch nicht nachgekommen, heißt es im Tierheim. Im Gegenteil: angeblich seien diese schon wieder trächtig.
"Diese Entscheidung ist für uns nicht akzeptabel und nachvollziehbar", so Vorsitzender Karl Konrad. Inzwischen wurden die im Tierheim verbliebenen Hunde gesund gepflegt, teils operiert, teils total geschoren, da sich Parasiten über das Fell in die Haut gefressen hatten.
Noch acht kleine Hunde warten
Aber noch acht der kleinen Mischlinge ("Die haben sich inzwischen zu richtigen Gute-Laune-Hunden entwickelt") suchen ein neues Zuhause.
Dr. Beate Merk: "In diesem speziellen Fall ist aus Juristensicht alles an Recht und Gesetz gebunden. Ich kenne die schriftlichen Ausführungen nicht. Als Mensch und Tierfreund habe ich sicherlich ein Riesenproblem mit solchen Situationen, wenn Menschen die Tiere als Geburtsmaschinen halten und sie zudem schlecht behandeln". Sie selbst hatte ihren Mischlungshund Micki vor vier Jahren aus dem Weißenhorner Tierheim geholt und es "nie bereut". "Wenn man sich für ein Tier entscheidet, sollte man auch zusammenpassen", so die Ministerin. Merk dankte dem kompletten Team des Tierheims für die "tolle Arbeit", die seit Jahren geleistet werde und "immer noch mehr Engagement erfordert".
Vorsitzende Christine Salzgeber erwähnte die klammen Finanzen. "Nur mit Zuschüssen können wir nicht existieren. Spenden, Beiträge, ja sogar ganze Erbschaften sind es, die unsere Arbeit möglich machen." Im Kreis Krumbach würden beispielsweise Hunde, die aus dem Tierheim vermittelt werden, drei Jahre von der Hundesteuer befreit. (rfu)
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