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15. März 2010 05:11 Uhr

Kino im Konzertsaal

Senden Wie wenig dazugehört, um in einem Saal Kino-Atmosphäre zu verbreiten, erlebten die Zuhörer beim Jahreskonzert der Musikvereinigung Senden-Ay-Oberkirchberg sogar noch vor dem ersten Takt: Eine Leinwand und das Rascheln von Popcorntüten genügen schon, um ein Publikum in Kinostimmung zu versetzen. Ein Übriges tat beim Konzert eine Vorstellung des Programms in Form eines Trailers, der aus tragenden Programmpunkten eigens zusammengefügt worden war. Von Angela Häusler

Das zweite Mottokonzert der Abteilungen der Musikvereinigung wurde an diesem zweieinhalbstündigen Abend zu einem Erfolg. "Ein Jahrhundert Filmmusik", so hatten sie ihr Konzert überschrieben, durch das sich berühmt gewordene Filmmelodien zogen. Da war etwa die zarte Romanze aus dem Film "Gadfly" von Dimitri Schostakowitsch, gelungen gespielt vom Sinfonieorchester unter Alexey Tyulmenkov, das ebenfalls mit Szenen aus dem Hollywood-Blockbuster "Fluch der Karibik" und der Ouvertüre zu "Die Kinder des Kapitän Grant" aus der Feder des russischen Komponisten Isaak Dunajewski beeindruckte.

Doch auch die Jugendlichen des JMO Senden-Gerlenhofen-Illerzell schlugen sich wacker. Unter anderem gaben sie "The Magical Music of Disney" zum Besten, ein Potpourri beliebter Disney-Melodien. Allein ihre tanzende Königin, die "Dancing Queen" des Popkleeblatts ABBA, geriet ein wenig aus dem Takt und drohte, zu fallen. Doch auch das gehört dazu - sich wieder aufzurappeln und einzufinden ins gemeinsame Metrum, um die Darbietung harmonisch zu Ende zu bringen. Und es gelang - ebenso wie die weiteren Stücke der Jugendlichen, die das Jahreskonzert zum zweiten Mal mitgestalteten.

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Das Akkordeonorchester bot unter Leitung von Pit Ehrenberg gekonnt das Stück "Moment for Morricone". Ebenso eine Konzertsuite aus James-Bond-Themen, die durch die ungewohnten Akkordeonklänge wie verwandelt schienen. Der Musik Charlie Chaplins widmete das Blasorchester seine Aufmerksamkeit mit einem anspruchsvollen Medley voller Takt- und Tempowechsel, das die vielseitige Begabung des Komikers, Regisseurs und Komponisten ein weiteres Mal verdeutlichte.

Schön auch die Titelmusik aus David Hamiltons Teenager-Epos "Bilitis", die 1976 zum Ruhm des Musikers Francis Lai beitrug. Solist Jochen Zanker erhielt viel Applaus für sein einfühlsames Posaunenspiel. Ebenso die Melodien aus Michael Kamens Musik zu "Robin Hood", und die Titelmusik der Western-Serie "Bonanza", auf die noch zwei Zugaben folgten.

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