Die Grünen scheitern mit ihrem Antrag, den Kindergarten künftig städtisch zu betreiben. Von Michael Seefelder
Die Kindertagesstätte (Kita) an der Langen Straße in Wullenstetten bleibt weiter unter der Trägerschaft der katholischen Kirche. Die Stadtratsfraktion der Grünen wünschte sich, dass die Kita künftig städtisch betrieben wird. Doch ihr Antrag scheiterte in der vergangenen Sitzung des Hauptausschusses. In der Diskussion prallten die unterschiedlichen Weltbilder aufeinander.
Von einer „völlig altmodischen und restriktiven Personalpolitik der katholischen Kirche“ sprach Pit Ehrenberg (Grüne). Er erklärte den Hintergrund des Antrags: Die Stadt könnte Einfluss auf das pädagogische Konzept gewinnen und das Personal selbst auswählen. Den Grünen ging es auch darum, dass in einer städtisch betriebenen Kindertagesstätte die Überkonfessionalität besser gewährleistet sei und somit bei Eltern mit Migrationshintergrund auf mehr Akzeptanz stößt. 5000 Euro, so die Rechnung der Fraktion, würde das im Jahr mehr kosten. Gut angelegtes Geld, findet Ehrenberg, der dafür plädierte „Kirche und Staat total voneinander zu trennen“.
Walter Wörtz, Fraktionschef der CSU widersprach. Er habe noch nie gehört, dass Eltern von Kindern, die die Kita besuchen, „über konfessionellen Einfluss stöhnen“. Das gelte auch für Migranten. Ihm, Wörtz, sei jedenfalls nicht bekannt, dass „Rosenkranz-Beten“ zum Alltag in dem Kindergarten gehöre. Außerdem stehe es dem Stadtrat generell nicht zu, über pädagogische Konzepte zu diskutieren. „Wir würden auf keinen Fall die Kirche als Partner aus der Verantwortung entlassen“, sagte Wörtz. Außerdem basiere die hiesige Gesellschaft immer noch auf christlichen Werten. „Wer nach allen Seiten offen ist, ist nicht ganz dicht“, fasste Wörtz seine Kritik zusammen.
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