Landkreis Statt 5600 Euro wird Oberroth im nächsten Jahr 8100 Euro für Strom ausgeben - eine Erhöhung von 44 Prozent. Die Gemeinde Altenstadt wird der Strom im nächsten Jahr statt 52 000 Euro (2008) etwa 68 000 Euro kosten - eine Erhöhung um 30 Prozent. Insgesamt rund 280 Kommunen, die LEW-Kunden sind, werden ab 2010 mehr für ihren Strom zahlen. Von Eva Büchele


Grund dafür ist ein neuer Rahmenvertrag, den die Spitzenverbände von Städten und Gemeinden in Bayern mit der Lechwerke AG ausgehandelt haben. "Im Schnitt werden die Kommunen 20 Prozent mehr für ihren Strom zahlen", sagt Ingo Butters, Sprecher der Lechwerke. Die unterschiedlichen Preissteigerungen resultieren daraus, dass nicht mehr zwischen Tag- und Nachtstrom unterschieden wird, sondern in Zukunft ein Durchschnittspreis gezahlt wird. Das bedeutet, Gemeinden, die bisher von günstigeren Nachttarifen profitiert haben, trifft die Erhöhung nun besonders hart.
Stefan Graf, Energiereferent beim Bayerischen Gemeindetag, war bei den Verhandlungen mit den LEW dabei. "Zunächst sind die Auswirkungen auf den Preis gewaltig", gibt er zu. Jedoch müsse man berücksichtigen, dass bisher der Strompreis von 2005 galt. Preiserhöhungen, die seither stattgefunden haben, habe die LEW nicht an die Kommunen weitergegeben.
Auch der neue Vertrag verspreche für vier Jahre einen konstanten Preis. "Es ist davon auszugehen, dass der Strompreis erneut anzieht", erklärt Graf. Dann würden die Kommunen von dem Rahmenvertrag profitieren.
Das hebt auch Butters von den LEW hervor. "Wir tragen das unternehmerische Risiko, falls der Preis massiv steigt."
Doch nicht nur der Strompreis sei in der Vergangenheit gestiegen, auch höhere Zuschläge, etwa eine höhere Umlage für erneuerbare Energien, fließen laut Butters in den neuen Strompreis mit ein. Natürlich wolle die Lechwerke AG mit der Preiserhöhung auch ein Geschäft machen, gibt Butters zu. Doch das Unternehmen sei genauso an einem wettbewerbsfähigen Preis interessiert, schließlich ist der Strommarkt seit 1998 liberalisiert, das heißt, die Kommunen können durchaus den Anbieter wechseln, wie es etwa die Städte Illertissen und Vöhringen tun werden.
Zusammen mit Pfaffenhofen, Nersingen und dem Abwasserzweckverband Mittleres Illertal haben sie europaweit ausgeschrieben und erhielten von den Stadtwerken Dachau ein günstigeres Angebot. "Der Preisunterschied zu den Lechwerken ist nicht allzu groß", sagt Markus Weiß, Kämmerer von Illertissen. Vöhringen etwa hätte bei der LEW für vier Jahre 995 000 Euro gezahlt, bei den Stadtwerken kommt die Stadt auf 950 000 Euro.
Bei diesen Städten bestand, da sie mehr als 206 000 Euro in vier Jahren zahlen, europaweite Ausschreibungspflicht. "Aber auch kleinere Gemeinden können natürlich Vergleichsangebote einholen", sagt Graf vom Gemeindetag.
Jedoch sei der von den Spitzenverbänden ausgehandelte Rahmenvertrag gewiss schwer zu übertreffen, vermutet er. Denn eine Preisgarantie von vier Jahren gebe es selten.
So sieht das auch LEW-Sprecher Butters: "Die gestiegenen Beschaffungskosten und Zuschläge treffen schließlich jeden Anbieter." Er hebt außerdem die besonderen Leistungen der Lechwerke hervor. So erhalten die Kommunen einen monatlichen Energiebericht, der helfe, den Verbrauch zu optimieren. Außerdem versprechen die LEW, 50 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien zu verkaufen, vornehmlich aus bayerischen Wasserkraftwerken.
Im bundesweiten Strommix liege der Anteil erneuerbarer Energien nur bei 15 Prozent. Außerdem werben die LEW mit einem Benutzungsdauerrabatt, einer Vergünstigung für Einrichtungen, die einen konstanten Stromverbrauch haben, wie zum Beispiel Krankenhäuser.
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