Im Stadthaus formierten sich alle Sparten des Musischen Zentrums

Ulm Viel hat sich bewegt im Musischen Zentrum der Universität Ulm (MUZ) mit seinen Sparten Experimentelle Musik und Kunst, seit die Synästhetikspezialistin und Diplom-Pädagogin Christine Söffing die Leitung zu Beginn des Jahres von Dr. Dieter Trüstedt übernahm.
Als quicklebendiger Ort für Kunsterfahrung und -begegnung für Studenten, Universitätsangestellte und auch Patienten hatte der musische Campus-im-Campus immer viel zu bieten. Nur wurde es in der Stadt oftmals eher peripher bemerkt. Um das zu ändern, gab und gibt es den Musischen Tag des „MUZ“ im Ulmer Stadthaus mit immer wieder überraschenden Darbietungen der Initiativgruppen – darunter auch der Unichor.
Einen schmissigen Einstieg bot die Uni-Big Band unter ihrem Leiter Michael Lutzeier eine gut aufgelegte Jazz- und Swingmaschine hervorragender Güte. Das Universitätsorchester bot als Ausblick auf das große Konzert im Februar Charles Ives’ sperrig-mysteriöse „Unanswered Question“. Kay Astrid Weithoeners Uniballett zeigte sein Können mit der Kostprobe „Eine Mandarine zu acht“.
Das „EMU“, das Zentrum für Experimentelle Musik und Kunst im MUZ, wurde 1985 unter anderem von Dr. Wolf-Dieter Trüstedt mitgegründet und verbindet seitdem Grenzbereiche von Kunst und Wissenschaft. Beim musischen Abend feierte man das 25-jährige Bestehen der Gruppe mit experimentellen Klängen, die unter anderem auf vietnamesischen Instrumenten und Eigenbauten erzeugt und via Laptop verstärkt wurden. Filmkompositionen verstärkten die Musik durch imaginative Bilder.
Das Impro-Theater des MUZ (Leitung: Isabell Gauss) belebte die alte Idee des Gesellschaftsspiels mit pantomimischen Ratespielen und improvisierten Erzählungen neu. Leider geriet dieser Programmteil etwas langatmig. Eine echte Leistungsschau dagegen beim Uni-Atelier, das der Bildhauer Frank Raendchen leitet. Für das Uni-Atelier war 2011 ein echter Aufbruch: Zwei Ausstellungen mit Werken der Studierenden, unter anderem in der Ulmer „Galerie im Griesbad“ und an der TU München sowie eine Exkursion in die Lausitz zum Kennenlernen des kleinen Einmaleins der Bildhauerei – Frank Raendchen hält für Studenten und Gäste im Atelier des MUZ ein breit gefächertes Angebot bereit.
Überraschungen bot der Abend zuhauf: Da trat eine agile Sambagruppe auf, stand die junge Sellina Sleightholme-Albanis und spielte berührend eine Telemann-Sonate; da erklang von Medizinstudent Felix Zirngibl eine furiose Ungarische Rhapsodie von Liszt, ein gelungener Vorgeschmack auf das Konzert der Klavierklasse im MUZ am 20. Dezember um 19.30 Uhr im Stadthaus.
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