Neu-Ulm Sieben Jahre hatte sie drogenfrei gelebt, im August vergangenen Jahres kam der Rückfall. Jetzt musste sich die dreifache Mutter aus dem südlichen Landkreis vor dem Neu-Ulmer Amtsgericht verantworten. 18 Mal hatte die arbeitslose Hartz IV-Empfängerin Heroin gekauft, unter anderem auf einem Kinderspielplatz. Richter Thomas Mayer verurteilte die 30-Jährige zu fünf Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung und 90 Tagen gemeinnütziger Arbeit. Von kathrin kratzer
Zur großen Erleichterung der Angeklagten dürfen die sechs und zwölf Jahre alten Kinder jedoch bei ihr bleiben. Ihr drittes Kind, ein acht Jahre altes Mädchen, lebt seit der Geburt bei einer Pflegefamilie.
Angeklagte lebt derzeit drogenfrei und macht Therapie
Das Gericht hielt der gebürtigen Illertisserin, die inzwischen in einer anderen Stadt lebt und schon mehrfach vorbestraft ist, zugute, dass sie derzeit drogenfrei lebt und eine Therapie begonnen hat. Allerdings sei das Urteil trotz günstiger Sozialprognose als ein letzter Warnschuss zu verstehen, betonte Richter Mayer. "Sonst müssen wir ihnen die Kinder wegnehmen." Viel dürfe sich die Bellenbergerin also in Zukunft nicht mehr leisten. Eindringlich sprach Mayer immer wieder auf die Angeklagte ein und forderte sie auf, ihre Drogenkarriere nun endlich vollständig zu beenden. "Sie sind zu jung, um vor die Hunde zu gehen."
Mit 15 Jahren konsumierte sie schon Heroin
Bereits mit 15 Jahren hatte die damalige Hauptschülerin neben Cannabis bereits Heroin konsumiert. Die Tochter einer Alkoholikerin erkrankte zudem an einer schweren Magersucht. Nach einer abgebrochenen Lehre zur Krankenpflegehelferin rutschte sie immer weiter ab. So weit, bis das Jugendamt ihr die Kinder entzog. Damit war die junge Frau endgültig am Tiefpunkt angelangt. Schritt für Schritt und nur mit professioneller Hilfe kämpfte sie sich anschließend wieder zurück in die Normalität. "Ich habe das für meine Kinder getan."
Die folgenden sieben Jahre ohne Heroin beschreibt die Angeklagte aus dem südlichen Landkreis als die "schönste Zeit" in ihrem Leben. Jäh endete diese im vergangenen August. Wieder hing die Frau aus Bellenberg an der Nadel.
Jetzt soll ein für alle Mal Schluss sein mit den Drogen. Das zumindest versprach sie im Neu-Ulmer Gerichtssaal.
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