Kontroverse Diskussion über Urnenwände und Klagen über Landwirt in Oberfahlheim
Oberfahlheim „Man traut sich nicht mehr, zu sterben, wenn man erfährt, was der Tod heutzutage kostet“, meinte ein Besucher der Bürgerversammlung im Oberfahlheimer Schützenheim nachdenklich, als es in der Diskussion mit Bürgermeister Erich Winkler um das Friedhofkonzept ging, das vom Gemeinderat beschlossen werden soll. „Zum Wohl, ab ins Schließfach“, prostete ihm sein Nachbar sarkastisch zu, nachdem der Bürgermeister seine eher skeptische Meinung zur Bestattung in einer Urnenwand geäußert hatte.
Die Gemeindeverwaltung habe nach einer Umfrage der Friedhofsverwaltung in den vergangenen Jahren eine verstärkte Nachfrage nach Urnenbestattungen, auch in sogenannten Urnenwänden, festgestellt. Dieser Wunsch sei nicht zuletzt deshalb nachvollziehbar, weil oftmals die Kosten für eine Erdbestattung nicht oder nur sehr schwer aufgebracht werden könnten. Zwar habe der Gemeinderat im Haushalt 2011 bereits 30000 Euro zur Beschaffung von Urnenwänden bereitgestellt und auch schon Planungen zu deren Realisierung vorgenommen, nach einer kontroversen Diskussion im Gemeinderat und der Besichtigung aller Friedhöfe habe man sich jedoch darauf verständigt, ein sogenanntes „Friedhofskonzept“ für alle drei Nersinger Friedhöfe zu erstellen. „Welche Möglichkeiten gibt es außer Urnenwänden?“, wollte eine Bürgerin wissen. Bei der Friedhofsbegehung habe die Verwaltung festgestellt, dass in den Friedhöfen noch sehr viele Grabflächen unbelegt seien. Bei diesen Flächen könne er sich vorstellen, dass man sie mit „Urnenfeldern“ belegen könnte. Dies könnten künstlerisch und gärtnerisch gestaltete Grabflächen sein, in welchen die Urnen in würdigem Rahmen bestattet werden könnten.
Das Friedhofskonzept werde die Schaffung von Urnenfeldern besonders berücksichtigen. Es würden aber auch anonyme Bestattungsformen wie die Anlage eines Friedwaldes auf dem Nersinger Friedhof in das Konzept mit einbezogen.
Das „unverschämte Verhalten“ eines Landwirtes im Oberfahlheimer „Klassenhard“ war ebenfalls Gegenstand einer empörten Diskussion der über 50 anwesenden Bürgerinnen und Bürger. Der Landwirt soll permanent an seiner Hofgrenze, die gleichzeitig die Straßengrenze der Rothtalstraße darstelle, große Hölzer und Gesteinsbrocken lagern, aus denen spitze Metallstäbe herausragen. Besonders im Winter, wenn alles zugeschneit sei, werde dieser Zustand für die Verkehrsteilnehmer höchst gefährlich.
Betonpfeiler am Zaun mit Stacheldraht umwickelt
Damit nicht genug: Der Landwirt habe auch schon die Betonpfeiler seines Zaunes mit Stacheldraht umwickelt. „Warum unternimmt die Gemeinde nichts gegen diese Schweinereien?“, wurde geschimpft. Man habe schon des Öfteren um Beseitigung der Hindernisse gebeten, da diese jedoch auf Privatgrund lägen, seien alle Bemühungen bisher vergeblich gewesen. Er werde sich jedoch zusammen mit der Polizei noch einmal des Problems annehmen, versprach Winkler.
Themen waren auch in die Straße ragende Büsche, nicht gekehrte Straßenseiten, durch die Ortsteile „donnernde“ Autos, das Aufstellen von Tütenspendern für Hundekot und die Hinterlassenschaften der Vierbeiner auf Spielplätzen sowie die schlecht geschaltete Ampelanlage am „Riedle“. (mde)
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