Bund verteidigt Bauten der Biber in Roggenburg
Roggenburg Naturschützer haben die geplanten Maßnahmen gegen die Bauten der Biber am Roggenburger Klosterweiher bemängelt. Dort soll, wie berichtet, ein Gitter in einen Damm zwischen dem Bach Biber und dem Weiher eingezogen werden. Damit wollen Gemeindevertreter und Fischzüchter die Grabarbeiten der Tiere stoppen. Die Befürchtung: Durch zahlreiche Löcher in dem Wall könnten Fische aus dem Weiher entkommen. Zudem fließt Wasser aus dem beschädigten Damm in den über den Winter stillgelegten Teich und überschwemmt ein Auffangbecken mit Schlamm.
Bernd Kurus-Nägele, der Geschäftsführer des Bund Naturschutz im Kreis Neu-Ulm, sieht das Gitter skeptisch: Die Biber würden in Roggenburg „ins negative Licht gerückt“, teilt er mit. Kurus-Nägele kritisiert eine „mangelnde Akzeptanz für Wildtiere“ in der Bevölkerung. Zwar habe er Verständnis für die Pächter, die materielle Schäden befürchteten. Doch es gebe auch finanzielle Unterstützungen für Betroffene. Laut Kurus-Nägele würden die positiven Seiten des Biber-Vorkommens in Roggenburg unter den Tisch gekehrt. Der Biber schaffe durch sein Wirken – wie etwa das Fällen von Weichholz-Bäumen und die Anlage von Dämmen – ein „naturschutzfachlich bedeutsames Mosaik“. Dies werte den Lebensraum rund um den Weiher für viele Tiere auf. Kurus-Nägele appelliert an die Anlieger: „Wenn selbst in einem naturnahen Bereich unserer Kulturlandschaft, wie um Roggenburg herum, das Vorkommen eines Bibers an einem Gewässer hinterfragt wird, dann liegt im Naturverständnis einiges im Argen.“
Der Weißenhorner Naturschützer Dr. Helmut Moßner hält den Leerstand des Weihers im Winter für unnatürlich. „Dies bedeutet ein Todesurteil für alle Kleingewässertiere.“ Das Problem mit Löchern im Damm werde durch den leeren Teich begünstigt. Die grabenden Biber bekämen dann keinen „Gegendruck“ durch das Wasser zu spüren. (az, caj)
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