Neu-Ulm Seit mehr als einem halben Jahr befindet sich der TSV Neu-Ulm im Dauerstreit mit den Pächtern seiner Vereinsgaststätte. Die Verantwortlichen des Vereins wissen sich allmählich nicht mehr zu helfen. Sie wollen die Pächter des Lokals seit Monaten loswerden, haben aber mit ihrer Räumungsklage bislang keinen Erfolg gehabt. Und auch die Pachteinnahmen fließen nicht so, wie dies vor Jahren vereinbart worden ist. "Der Streit lähmt das Vereinsleben", stöhnt TSV-Chef Manfred Janssen. Von Roland Ströbele

Ein totaler Reinfall
Vor gut zwei Jahren, als die neuen Wirtsleute verpflichtet worden waren, hatte sich die Vereinsführung eine ganze Menge von den neuen Gastronomen versprochen. Die aber haben sich aber nach den Worten von Manfred Janssen als "totaler Reinfall" herausgestellt.
Versuche, die Pächterin wieder loszuwerden, sind bislang kläglich gescheitert. Ein Termin vor dem Landgericht Memmingen ist geplatzt, weil die Wirtin plötzlich erkrankt war. Ein neuer Anlauf ist am 9. April geplant. Manfred Janssen hofft, dass dann endlich ein Schlussstrich unter die leidige Angelegenheit gezogen werden kann und im Verein die Normalität zurückkehrt. Aber es geht auch um viel Geld. Der TSV macht ausstehende Pacht in einer Höhe von mehr als 12 000 Euro geltend.
Die Wirtsleute haben aus verschiedenen Gründen die vereinbarte Monatspacht von 2600 Euro mit wechselnden Begründungen gekürzt. "Das tut uns nicht gut", fasste Janssen die Stimmung im Verein zusammen. Aber auch die Wirtsleute haben sich nach seinen Schilderungen keinen Gefallen getan.
Die rund 2000 Mitglieder des TSV meiden die Gaststätte, auch wenn es nie einen Boykottaufruf von offizieller Seite gegeben hat. "Die Leute entscheiden einfach nach der gastronomischen Qualität, wo sie nach dem Training hingehen und wo nicht", sagt der TSV-Vorsitzende.
Im Internet verunglimpft
Der Nervenkrieg zwischen TSV und den Wirtsleuten habe inzwischen unglaubliche Ausmaße angenommen. So berichtet Janssen davon, dass er persönlich im Internet verunglimpft worden sei. Dies habe er auf gerichtlichem Wege verbieten lassen.
Wann die "ungute Situation" beendet sein wird, kann Janssen nicht sagen. Ob beim ersten Verhandlungstermin schon eine Entscheidung fällt, stehe in den Sternen. Bis dahin will der Verein "emotional den Ball flach halten". Janssen: "Wir müssen mit allem rechnen, selbst körperliche Übergriffe will der TSV-Vorsitzende nicht ausschließen.
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