Donnerstag, 25. Mai 2017

12. April 2013 00:33 Uhr

Beteiligung

Neu-Ulm soll Jugendbeirat bekommen

Ideen für Gremium im Ausschuss präsentiert. Arbeit soll projektbezogen sein

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Neu-Ulm In der Stadt Neu-Ulm sollen künftig auch Bürger unter 18 Jahren mitreden können: Der Ausschuss für Bürgerdienste, Familie und Kultur (BüFaKu) hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig die Einrichtung einer Beteiligungsplattform für Jugendliche beschlossen. Doch ein Jugendparlament, wie es in anderen Kommunen existiert, soll es nicht werden: Stattdessen soll die Stadt einen Jugendbeirat bekommen, der projektorientiert arbeiten soll. Die konkrete Gestaltung ist allerdings noch offen, die kommunale Jugendpflege soll dafür ein Konzept erarbeiten.

Mit dem Beschluss des Ausschusses nähert sich eine Idee ihrer Realisierung, die schon seit Jahren durch die Gremien Neu-Ulms geistert. Laut Ursula Schnirch von der CSU hat ihre Fraktion deswegen schon 2005 im Rathaus vorgefühlt, FDP, FWG, SPD und Grüne hatten Ende 2007 in einem Antrag die Verwaltung aufgefordert, ein Konzept für eine Jugendbeteiligung in der Stadt vorzulegen. Im September 2011 schließlich beschloss der BüFaKu, ein Modellprojekt umzusetzen, wenige Monate später beauftragte der Haupt- und Finanzausschuss die studentische Unternehmensberatung Quant mit der Durchführung.

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Mittelschüler sammelten gemeinsam Ideen

Übernommen hat diese Aufgabe Monika Hofmann, die auch Vorsitzende des Vereins „Rock Your Life“ ist, bei dem Studenten Schüler durch die letzten Jahre ihrer Schulzeit begleiten. Als Projektschulen wurden die Emil-Schmid- und Peter-Schöllhorn-Schule ausgesucht. In diesen wählten die Lehrer Schüler für Projektgruppen aus, in denen diese – zusammen mit Hofmann – positive und negative Seiten der Stadt diskutierten, Ideen sammelten und auch schon über deren Realisierbarkeit sprachen.

Die Ergebnisse stellten die Schüler nun auch im Ausschuss vor – man konnte erfahren, dass die Jugendlichen unter anderem das Donaubad, die Fußballvereine und die Stadtbücherei in ihrer Stadt schätzen, sich aber mehr Ausgehmöglichkeiten für Minderjährige, bemalte Stromkästen und auch mehr Moscheen wünschen. Konkreter wurde dann Projektbetreuerin Hofmann, die die zusammen mit den Schülern entwickelten Ideen für einen Jugendbeirat vorstellte: Dessen feste Mitglieder sollten über die Schulen ausgewählt werden, je nach Projekt sollten aber Freiwillige dazustoßen können: „Jeder, der mitmachen will, soll auch mitmachen können“, sagte Hofmann. So soll verhindert werden, dass der Beirat – wie anderswo Jugend- und Schülerparlamente – seine Arbeit wegen mangelnder Beteiligung wieder einstellen muss.

Alle zwei Monate eine Zusammenkunft

Tagen sollte ein solcher Jugendbeirat – der anders als ein gewähltes Jugendparlament zwar ohne Zwang, aber dennoch mit klaren Regeln stattfinden soll – nach Ansicht der Beraterin etwa alle zwei Monate. Dazu soll es sowohl einen festen Ansprechpartner für die Jugendlichen bei der Stadt als auch einen Moderator geben. Zur „Überwachung“, wie es Lehrer Klaus Panning (SPD) nannte, soll dieser aber nicht da sein; eher als Wegweiser durch die den Jugendlichen zumeist fremde Welt der Kommunalpolitik. Bis es tatsächlich losgeht mit dem Jugendbeirat, dürften zwar noch einige Monate vergehen.

Die Stadträte waren aber dennoch schon jetzt zufrieden, dass das Langzeitthema Jugendbeteiligung sich nun einem Abschluss nähert. Alfred Schömig (FDP) zeigte sich zuversichtlich, dass der Jugendbeirat ebenso gut funktionieren könnte wie der ähnlich strukturierte Seniorenbeirat. Ein paar Probleme sind aber noch zu lösen: Gerhard Rauch (Grüne) forderte, so schnell wie möglich auch die Schüler weiterführender Schulen einzubeziehen: „Sonst ist es kein Jugend-, sondern ein Mittelschulbeirat.“ Laut Hofmann ist dies Ziel, ebenso wie die Einbindung von Jugendlichen, die in der Berufsausbildung sind.

Doch wichtiger war Rauch noch eine andere Sache: „Wir müssen dann auch auf die Jugendlichen hören“, sagte der Grüne – der Stadtrat dürfe dann nicht alle Vorschläge aus dem Beirat mit einem „Tut uns leid, liebe Kinder“ wegen fehlender Mittel abschmettern. Rauch: „Da habe ich meine Bedenken.“

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