Weißenhorn Eine neue Treppe, ein anderer Eingang oder gar ein Fahrstuhl: In einer Sitzung berieten die Stadträte über drei Entwürfe für das alte Rathaus. Alle drei sehen vor, im Erdgeschoss ein Café einzurichten und zwei Obergeschosse dem Museum zu widmen. Die Varianten unterscheiden sich in baulichen Details - und ihren Kosten. Die Räte entschlossen, zwei Entwürfe genauer prüfen zu lassen. Von Jens Carsten



Die Beratung begann mit einem Ausschluss: Als Vorstand im Museumsverein meldete Rat Johannes Amann (PWG) Befangenheit an. Er wurde mit fünf Gegenstimmen für den Tagesordnungspunkt ausgeschlossen.
Stadtbaumeister Burkhard Günther skizzierte die Situation des alten Rathauses. Im Erdgeschoss soll ein Café entstehen. Die Umsetzung gestalte sich jedoch als schwierig - das Haus wurde im Jahr 1761 über der alten Stadtmauer von 1480 erbaut. So bestehe das Erdgeschoss aus vielen kleinen Räumen, ein "ungeschickter Grundriss", so Günther. Ein Umbau sei nur eingeschränkt möglich, weil das Gebäude unter Denkmalschutz stehe. Gegen einen Anbau hatten Denkmalschützer Bedenken angemeldet. Stadtbaumeister Günther stellte drei weitere Alternativen vor.
Variante 1: Im Erdgeschoss des Rathauses soll ein Café eingerichtet werden. Im Inneren des Gebäudes könnte eine Treppe gebaut werden und im Erdgeschoss Toiletten entstehen. Die Kosten: rund 559 000 Euro.
Variante 2: Dieser Plan sieht vor, den Eingang des Museums zu verlegen - um ihn gemeinsam mit dem Café nutzen zu können. Die Toiletten sollen ins Untergeschoss eingebaut werden, sie sollen außerhalb des Gebäudes über eine externe Treppe zugänglich sein. Zudem soll ein Aufzug entstehen. Dieser Entwurf böte einen barrierefreien Zugang. Die Kosten lägen wohl bei rund 990 000 Euro.
Variante 3: Sie gilt als Kompromiss zwischen dem ersten und dem zweiten Plan. Variante drei sieht Toiletten im Untergeschoss vor, allerdings keinen Anbau an das Gebäude: Aufzug und externes Treppenhaus fehlen. Die geschätzten Kosten: rund 728 000 Euro.
Bürgermeister Fendt gab zu bedenken, die Haushaltssituation habe sich verändert: "Vieles ist heute nur noch sehr schwer umsetzbar." Rat Werner Weiss (WÜW) sagte, man wolle das Rathaus nicht leer stehen lassen: "Vor Entscheidungen müsse man wissen, wie die Finanzlage ist." Rat Ernst Peter Keller (CSU) hielt das Café für "okay" - "wenn man sich's leisten kann." Rat Alexander Engelhard (PWG) sprach sich für das Projekt aus: "Wir wollen die Innenstadt doch beleben." Rat Hermann Geiger (SPD) riet davon ab, immer neue Ideen in den Ausbau hinein zu packen: "Sonst passiert gar nichts." Er plädierte für zwei getrennte Bauabschnitte.
Die Räte entschieden mit sieben Gegenstimmen, die Verwaltung prüfen zu lassen, wie hoch die Zuschüsse für die Varianten eins und drei ausfallen könnten. Zuvor scheiterte der Vorschlag, nur die Kosten für Variante eins einzuholen. Dafür sprachen sich nur vier Räte aus.
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