Sonntag, 21. Januar 2018

09. Februar 2011 01:00 Uhr

Weinhof

Neue Synagoge: Bau kann beginnen

Ausschuss stimmt überarbeitetem Entwurf zu. Spatenstich am 17. März

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Die neue Synagoge soll künftig den Weinhof nach Norden hin abschließen. Dem überarbeiteten Entwurf stimmte gestern der Bauausschuss geschlossen zu. Damit steht dem Spatenstich am 17. März nichts mehr im Wege. Links im Bild das Schwörhaus, rechts im Hintergrund das Münster.
Foto: Grafik: Architekturbüro Kister, Scheithauer, Gross

Ulm Der Bau der neuen Synagoge auf dem Ulmer Weinhof kann bald beginnen. Der überarbeitete Entwurf des markanten Gebäudes fand bei den Mitgliedern des Bauausschusses gestern große Zustimmung. Damit kann sofort der Bauantrag gestellt werden. Geplanter Spatenstich ist am 17. März. Wenn alles glattgeht, ist die neue Synagoge bis zum 9. November 2012 fertig – 74 Jahre, nachdem das alte jüdische Gotteshaus nur wenige Meter entfernt von den Nationalsozialisten zerstört wurde.

Die Kölner Architektin Prof. Susanne Gross stellte gestern den Stadträten den in den vergangenen Monaten überarbeiteten Entwurf vor. Das etwa 17 Meter hohe Gebäude soll künftig den Weinhof nach Norden hin abschließen – für Baubürgermeister Alexander Wetzig ein „städtebaulicher Gewinn“ und eine Art „Stadtreparatur“ von Schäden aus der Kriegs- und Nachkriegszeit. Das Schwörhaus werde stärker in die Mitte gerückt und bekomme eine Fassung – der Platz werde aufgewertet.

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Im Vergleich zum Entwurf aus dem Wettbewerb wurde das Gebäude in der überarbeiteten Fassung leicht nach Nordosten gedreht. Die Blickachse zum Neuen Bau und zum Münster bleibt erhalten. Die Fassade soll voraussichtlich eine Verkleidung aus Kalkstein erhalten. Ein großes Eckfenster mit stilisierten Davidsternen durchbricht das Steinmuster zum Weinhof und zur Sattlergasse hin. Die eigentliche Synagoge befindet sich im südöstlichen Teil des Gebäudes und ist somit in Richtung Jerusalem ausgerichtet. Ergänzt wird der Sakralraum durch verschiedene Einrichtungen des Gemeindezentrums, beispielsweise einen Veranstaltungssaal, eine Bibliothek, eine Religionsschule mit Gästezimmer und Verwaltung sowie eine Kindertagesstätte mit Speiseraum und Küche. Das Gebäude hat zudem ein Souterraingeschoss mit einem Ladengeschäft für koschere Lebensmittel.

Die Kosten belaufen sich auf vier bis fünf Millionen Euro. Bauherrin der neuen Synagoge ist die Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg. Deren Vorstandssprecherin Barbara Traub, nannte die Lücke, die jahrelang am Weinhof klaffte, „eine Wunde, die in der Stadt bestanden hat. Der Neubau ist eine Chance, diese Wunde zu schließen.“

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