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24. November 2010 06:06 Uhr

Neue Therapie bei Brustkrebs

Ulm Ein kleiner Knoten in der Brust, kaum spürbar und dennoch lebensbedrohlich - die Diagnose: Brustkrebs. Deutschlandweit erkrankt etwa jede neunte Frau an der in der Fachsprache als Mammakarzinom bezeichneten Krankheit. Am Universitätsklinikum Ulm wurde nun ein neues Behandlungsverfahren zur Heilung von Brustkrebs eingeführt: die Interoperative Radiotherapie (IORT), die eine Bestrahlung des Tumorbetts (also der Region, in der sich der Tumor zuvor befand) noch während der Operation ermöglicht. Die nachträglich notwendige Strahlentherapie kann dadurch verkürzt werden. Von Madeleine Schuster

Prof. Dr. Thomas Wiegel (links) und Prof. Dr. Rolf Kreienberg. Foto: UK Ulm
Foto: UK Ulm

Das Prinzip der Bekämpfung von Brustkrebs bleibt weitgehend gleich: Um die Krankheit zu heilen, ist eine Operation notwendig, in der das bösartige Gewebe aus der Brust entnommen wird. "Was normalerweise folgen würde, ist eine rund siebenwöchige äußerliche (perkutane) Strahlentherapie ", erklärt Prof. Dr. Thomas Wiegel, Ärztlicher Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie. Doch genau hier unterscheidet sich die IORT vom bisherigen Behandlungsverfahren: "Noch während der Operation wird das Tumorbett hoch dosiert bestrahlt", beschreibt Wiegel. Dadurch könne die nach der Operation notwendige Strahlentherapie um rund zwei Wochen verkürzt werden. "Sie beträgt dann nur noch fünf Wochen."

Mögliche Spätfolgen treten seltener auf

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Zudem sei das Risiko, dass der Tumor in der Brust wieder kommen könnte, nach einer IORT-Behandlung geringer. Und noch ein weiterer Aspekt ist für Patientinnen, insbesondere aus kosmetischer Sicht, wichtig: "Mögliche Spätfolgen, wie beispielsweise Hautveränderungen, treten wesentlich seltener auf."

Auch Prof. Dr. Rolf Kreienberg, Ärztlicher Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe unterstreicht die Vorteile des innovativen Behandlungsverfahrens, das in der Regel bei Frauen über 40 angewandt wird: "Es ist nicht unwahrscheinlich, dass zukünftig bei bestimmten Patienten die nachträgliche Strahlentherapie vollkommen ersetzt werden kann." Mehr als die Hälfte seiner Patientinnen komme derzeit für die IORT-Behandlung infrage. "Wichtig ist, dass der Durchmesser des Tumors nicht größer als drei Zentimeter ist", erklärt Kreienberg. Außerdem sollte es sich nicht um einen schnell wachsenden Tumor, also nicht um ein sogenanntes G3-Karzinom, handeln.

Die IORT ist ein noch junges Behandlungsverfahren - als eine von lediglich zwei Kliniken in ganz Baden-Württemberg bietet das Universitätsklinikum Ulm diese Form der Krebstherapie an. Rund 600 000 Euro investierte das Klinikum in dessen Einführung. Eine Investition, von der zukünftig die ganze Region profitieren könne, so Kreienberg. Doch trotz aller positiven Effekte, die die neue Therapie mit sich bringt, sollte laut Kreienberg eines nicht vergessen werden: "Der entscheidende Schlüssel zur Heilung von Brustkrebs ist noch immer die Früherkennung."

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