Sonntag, 20. August 2017

01. Juni 2012 12:10 Uhr

Studie

Neues Licht für helle Köpfe

Schüler sind leistungsfähiger, wenn ihr Klassenzimmer besser beleuchtet wird

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Schüler sind leistungsfähiger, wenn ihr Klassenzimmer mit biologisch wirksamem Licht beleuchtet wird. Das zeigte eine Studie, die das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) gemeinsam mit der Firma Osram erarbeitet hat. Mit dabei war auch die Robert-Bosch-Schule in Ulm.

Ulm Wie wirkt sich Licht auf die Leistungsfähigkeit von Schülern aus? Dieser Frage ging das Ulmer Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) gemeinsam mit dem Leuchtmittelhersteller Osram in einer Studie nach. Ziel war es, herauszufinden, ob eine dem Tageslicht nachempfundene Beleuchtung eine Steigerung der Aufmerksamkeit und der kognitiven Leistungen der Schüler bewirken kann.

Die Ergebnisse sind laut Universitätsklinikum Ulm durchweg positiv: Dank der biologisch optimierten Beleuchtung in den Klassenzimmern erzielten die an der Studie teilnehmenden Schüler in standardisierten Tests zur Konzentrationsfähigkeit bessere Ergebnisse als die Vergleichsgruppe. Auch die Leistungsgeschwindigkeit nahm zu.

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Zwei Ulmer Schulen waren beteiligt

Die Feldstudie zu den Auswirkungen auf die kognitiven Leistungen starteten das ZNL und Osram im November vorigen Jahres an der Ferdinand-von-Steinbeis- und der Robert-Bosch-Schule in Ulm. Jeweils ein Klassenzimmer wurde mit dem biologisch optimierten Licht ausgestattet. Die Jugendlichen im Alter von 17 bis 20 Jahren hatten sowohl Unterricht im neu beleuchteten Klassenzimmer als auch in Räumen mit herkömmlichem Licht. Während des Studienzeitraums mussten die Schüler mehrmals verschiedene standardisierte Leistungs- und Aufmerksamkeitstests wie beispielsweise den d2-Aufmerksamkeitstest nach Brickenkamp durchführen. Verglichen wurde das Testergebnis bei biologisch wirksamem Licht mit jenem unter herkömmlicher Beleuchtung erzielten.

Die biologisch optimierte Beleuchtung wird durch ein Zusammenspiel von blauen und weißen LED möglich. Eigens für die Studie entwickelte Osram eine LED-Leuchte des Tochterunternehmens Siteco weiter, um künstliches Tageslicht ins Klassenzimmer zu holen. „Um im Klassenzimmer einen künstlichen Himmel zu erzeugen, verwenden wir Streifen mit blauen und weißen LED, die unabhängig voneinander angesteuert werden können. So lassen sich die Lichtfarben dynamisch mischen und die Farbtemperatur des Himmels im Gebäudeinneren nachbilden“, erklärt Dr. Hannah Helbig, Innovationsmanagerin bei Osram.

„Der positive Einfluss von Licht bestimmter Farbtemperatur und Beleuchtungsstärke auf Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden des Menschen ist zwar schon seit längerer Zeit bekannt. Dass Schüler unter der biologisch optimierten Beleuchtung aber bis zu einem Drittel weniger Fehler im Aufmerksamkeitstest hatten, ist schon beeindruckend“, sagt Dr. Katrin Hille, Forschungsleiterin des ZNL und Verantwortliche der Lichtstudie.

Jugendliche sind früher fit

Zu den positiven Ergebnissen beigetragen hat auch, dass durch das biologisch optimierte Licht der Organismus wie im Freien stimuliert wird. Das heißt, der Tagesrhythmus der Schüler schiebt sich nach vorne, und die Jugendlichen sind früher fit. Dadurch wirkt solches Licht Social Jetlag, einer insbesondere bei Jugendlichen häufig beobachteten Morgenmüdigkeit, entgegen.

Viele Studienteilnehmer sind von der neuen Beleuchtung begeistert: „Ich bin wirklich konzentrierter. Beim normalen Licht im Klassenzimmer dagegen muss man sich schon wach halten“, beschreibt einer der Schüler seine Erfahrungen. Doch nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer schätzen das neue Licht: „Mehrere Lehrer, auch solche, die der neuen Beleuchtung anfangs skeptisch gegenüberstanden, haben mir am Ende der Studie berichtet, dass auch sie sich jetzt besser fühlen“, berichtet ZNL-Wissenschaftler Oliver Keis, der an der Studie mitgearbeitet hat.

Ein Modell also für alle Schulen? Das ist sicher auch eine Frage des Geldes. Laut eines Sprechers von Osram lohnen sich ausgeklügelte Lichtmanagementsysteme vor allem bei neuen Gebäuden und Büros. Zwar erforderten sie zunächst höhere Anfangsinvestitionen, langfristig machten sie sich jedoch durch Energieeinsparung bezahlt. Auch für zu Hause gibt es ähnliche Systeme – zum Beispiel, um durch das richtige Licht morgens besser aus den Federn zu kommen. (az/mru)

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Osram | Ulm

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