Gespräche über Eigentumsverhältnisse. Pächtersuche für Lokal erfolgreich Von Roland Ströbele

Die Schläger haben zwar Winterpause, trotzdem laufen die Aktivitäten beim Golf- und Tennisklub (GTK) Neu-Ulm auf Hochtouren. Noch immer bemüht sich die neue Führung des neuen Vereins nach der Insolvenz des alten Vereins um geordnete Verhältnisse. Der Weg dahin ist – wie die Beteiligten versichern – nicht einfach. Dennoch überwiegt die Zuversicht, dass sehr schnell eine Lösung gefunden wird. Was das Vereinslokal angelangt, gibt es die schon. Seit gestern ist der Vertrag mit einem neuen Pächter der Vereinsgaststätte unterschriftsreif geworden. Es handelt sich um einen Ulmer Gastronomen, der deutsche Küche mit italienischem Einschlag bietet, wie GTK-Vorsitzender Burkhardt Schöffner sagt.
Wirt vom Ulmer Museumscafé macht das Rennen
Der bisherige Wirt hatte den Vertrag gekündigt, weshalb sich der GTK auf die Suche nach einem neuen Pächter machen musste. Nach den Worten von Burkhardt Schöffner hatte es auf eine entsprechende Ausschreibung etliche Bewerber gegeben, von denen am Ende zwei übrig geblieben sind. Einer davon betreibt schon mehrere Lokale in Ulm, der andere nur eines. Auf ihn fiel die Wahl mit großer Mehrheit. Um wen es sich dabei handelt, wollte Burkhardt Schöffner nicht sagen, bevor der Vertrag unterschrieben ist. Nach Informationen aus anderen Quellen soll es jedoch um Michael Wietzorek handeln, der das Museumscafé in Ulm betreibt. „Er ist von der Speisekarte und der Preisgestaltung genau der Richtige für unsere Klientel“, sagt Schöffner, der die Mitglieder demnächst über die Entscheidung des Vorstandes informieren will.
In die Vereinsgaststätte müssen nach vorliegenden Informationen erhebliche Summen gesteckt werden – hauptsächlich in die sanitären Anlagen. Auch im Bereich der Tennishalle gebe es „enormen Investitionsbedarf“. Und genau da beginnen die Probleme, weil die Eigentumsverhältnisse noch immer nicht geklärt sind. Vertragspartner der Stadt, die das Areal im Steinhäule im Wege des Erbbaurechtes zur Verfügung gestellt hat, ist noch immer der alte Verein. Der existiert zwar nur noch auf dem Papier, dennoch können Stadt und GTK kaum etwas unternehmen, ohne den Verlust neuen Geldes fürchten zu müssen. Deshalb gibt es nun auch vonseiten der Stadt verstärkte Bemühungen, den alten Verein aufzulösen, zumal der keinerlei sportlichen Aktivitäten mehr entwickelt.
Schwierige Verhandlungen mit altem Verein
Die Verhandlungen sind nicht einfach: Mitreden darf der eingesetzte Zwangsverwalter ebenso wie die Sparkasse als Geldgeber, die Stadt sowie die Vorsitzenden des alten und neuen Vereines und schließlich Florian Ebener, der die Golfanlage gekauft hat.
„Das alles ist sehr schwierig“, beschreibt der Neu-Ulmer Stadtkämmerer die Situation. Dennoch teilt Berthold Stier die Zuversicht von GTK-Chef Burkhardt Schöffner, dass noch in diesem Jahr eine Lösung erreicht werden kann und im Steinhäule ein Neustart möglich ist. Nach den Querelen um die Pleite des alten Vereins gebe es wieder gegenseitiges Vertrauen in den Gesprächen.
Die Stadt werde mit dem Vorstand es früheren Vereines Gespräche führen mit dem Ziel, dass diese Organisation aufgelöst wird. Der Besitz werde dann sehr wahrscheinlich an die Stadt übergehend. Naheliegend ist es für Stier, dass die Stadt dies dann dem neuen Verein übergibt. Grundvoraussetzung dafür sei jedoch, dass die Stadt aus dem Vertrag mit dem TC Blau Weiss Neu-Ulm herauskommt.
Dann wäre auch ein anderes Hindernis beseitigt. Solange nämlich die Eigentumsverhältnisse unklar sind, sei es für den GTK und/oder den neuen Pächter des Vereinsheimes unmöglich, Geld in die Vereinsimmobilien zu investieren.
Stier: Querelen können noch dieses jahr beigelegt werden
Die Stadt habe nach wie vor starkes Interesse daran, dass im Steinhäule Tennis und Golf gespielt wird. Deshalb sei auch im Entwurf des Flächennutzungsplans eine Erweiterung des Golfplatzes auf 18 Loch vorgesehen, betont Stier. Er glaubt, dass die jahrelangen Querelen noch in diesem Jahr beigelegt werden können und im neuen Verein wieder der Sport im Vordergrund steht.
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