Freitag, 18. August 2017

20. Mai 2016 00:32 Uhr

Theaterei-Zelt

Nostalgische Reise nach Italien

„Mandragola“ sorgt mit großartiger Schauspielerriege für ein sommerliches Theatervergnügen Von Florian Arnold

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Der greise Avvocato und der durchtriebene Theatermann Capellino: Ränkespiele um eine schöne Frau, die nicht aufgehen.
Foto: Florian Arnold

„Komm ein bisschen mit nach Italien“ wirbt die Darstellerriege des neuesten Theaterei-Stückes „Mandragola“ eingangs um die Publikumsgunst, und schon mit diesen ersten Tönen kommt sommerliches Italienflair auf. Wolfgang Schukraft hat für sein Theaterei-Zelt in Blaustein auf Basis von Niccolo Macchiavellis Liebeskomödie um die Liebeswurzel Mandragola eine luftig-leichte Sommerkomödie geschrieben und mit seinen Darstellern wie auch dem Regisseur goldrichtig gelegen.

Es geht um den abgebrannten Theaterprinzipal Luigi Capellino (Richard Aigner), der zwar wenig Glück im Spiel, dafür aber enormes rhetorisches Geschick besitzt. Um sich aus seiner mittellosen Lage zu befreien, lässt er die Menschen in seiner Umgebung mit magischer Durchtriebenheit nach seiner Pfeife tanzen. Da ist der Jüngling Callimaco (Jonathan Held), der heillos in die schöne Lucrezia (Celia Endlicher) verliebt ist.

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Die aber steht unter der frömmelnden Fuchtel ihres tattrigen Gatten Avvocato (Bernhard Bonvicini), der sich für die schöne junge Frau nicht interessiert, dafür aber für sein Geld. Capellino sieht seine Chance gekommen, als auch die schlaue Hausmagd Lucrezias, Colombine (Marion Weidenfeld), ins Spiel kommt. Jetzt hat der Theatermann freie Hand, seine Kunst des Ränkespiels zu zeigen – und am Ende für sich einen schönen Gewinn herauszuholen. Nur zwei Dinge stehen seinem Plan im Weg – Colombine hat ihre ganz eigenen Vorstellungen darüber, wie Lucrezia ihr Leben führen soll. Und der dümmliche und raffgierige Avvocato trennt sich gar zu ungern von seinem Reichtum.

Ein Reigen voller Esprit und Witz

Im bunten, gewitzt minimalistischen Bühnenbild von Gesine Pitzer und Marie Freihofer entfaltet sich unter der geistreichen Regie von Dieter Nelle eine spritzige Frischzellenkur für Macchiavelli. Schukrafts Version ist weit mehr als eine Neu- oder Nachdichtung. Die Frauen sind nicht Spielball männlicher Begierde, sondern selbstbestimmte Charaktere, die zu guter Letzt ganz die Regie übernehmen.

Marion Weidenfeld, „Theaterei“-Darstellerin seit Langem und Leiterin des „Vorstatttheaters“, begeistert als wortgewaltige Intrigenkönigin Colombine. Bernhard Bonvicini kann sein komödiantisches Talent als knausriger Greis ausspielen, Jonathan Held ist in der Rolle des etwas naiven und liebesblinden Callimaco sehenswert. Celia Endlichers Lucrezia ist zu Beginn ein frömmelnd-schweigsames Geschöpf, das eine erstaunliche Wendung vollzieht. Mittelpunkt des Abends ist aber Richard Aigner, der mit grandioser Schauspiellust sehr überzeugend in mehrere Rollen schlüpft und seine als Karikaturen angelegten Figuren mit Würde und Charme versieht.

So nimmt man ihm auch ganz und gar ab, wenn ihn zuletzt Gewissensbisse plagen. „Mandragola“ im Theaterei-Zelt ist dank einer schwungvollen Inszenierung, einer spielfreudigen Darstellerriege und der wie immer stilvoll-eleganten Musik von Markus Munzer-Dorn die ideale Sommerkomödie mit einem Schuss Nostalgie und reichlich zitierfähigen Bonmots. Wie diese Aufführung insbesondere die stilvolle Balance zwischen dem historischen Original und der Neufassung, zwischen nostalgischem Spaß und modernem Lustspiel hält, ist eine Schau.

an diesem Freitag und Samstag, 20 Uhr, im Theaterei-Zelt in Blaustein.

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