Samstag, 22. Juli 2017

22. Februar 2016 00:33 Uhr

Klassik

Piano ohne Seele

Anna Gourari zeigt beim Konzert der „Heilbronner“ eine wenig inspirierte Leistung

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Mit Werken englischer Komponisten von der Barockzeit bis in die musikalische Moderne konnte das Württembergische Kammerorchester Heilbronn auch unter dem unkonventionellen Gastdirigat von Fawzi Haimor erneut seine Klasse demonstrieren. Als Bach-Solistin dieses „4. Ulmer Konzerts“ bot Anna Gourari jedoch alles andere als ein unverkniffenes „Seelenspiel“.

Konnte unter diesem Konzertmotto die mittlerweile 43-jährige, aus Kasan stammende Pianistin Gerald Finzis verspielte „Eclogue“-Träumerei von 1927 gerade noch aus der Schläfrigkeit lösen, klebte die mehrfache „Echo Klassik“-Preisträgerin in Bachs d-Moll-Konzert (BWV 1952) förmlich an den Noten, die sie noch (unkongenial) umblättern ließ.

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Nach zaghaftem Tempo und zögerlicher Tongebung im ersten Allegro kam Pianistin Gourari im „Kantaten“-Adagio gestalterisch hin und wieder aus der Reserve. Doch erst im Sog des Finales erwachte der Elan der Solistin in der rasant gebrochenen Dreiklang-Kadenz: zu spät, um in auch unnötig beengender Bühnenaufteilung energetisch ausgeglichene Klangbilder zu erzeugen.

Keine Zugabe – dafür ein hinmodellierter Kompositionsreigen im kammerorchestralen Großformat. Im Effektivradius seines geschmeidigen Dirigats führte Fawzi Haimor die glänzend arrangierte „King Arthur“-Suite von Henry Purcell locker ins barocke Leuchtfeuer. Der 33-jährige Amerikaner jordanisch-libanesisch-philippinischer Abstammung ist ein Tänzer am Stab, der seine Performance jedoch nicht zur Schau, sondern stets kontrolliert ins Limit der Klangkultur stellt.

Da bleibt Gustav Holsts später Juniorparcours „Brook Green Suite“ bis zum folkloristischen Quintentanz ein federnder Ohrenschmaus. Und William Waltons auf einem Streichquartett basierende expressive „Sonata“ für Kammerorchester beißt sich mit glänzend ausgespielter Figurativmotorik durch die Sätze: Im dramatischen Finale glückt der elastische Wechsel vom schwelgerischen Dreiviertel zur reißerischen Sprunggewalt ebenso wie das explosive Beschleunigungsmoment mit hochgerecktem Dirigierstab.

Doch Haimor, der Balancekünstler, schüttelt nach dem Orkan des Konzertausklangs zur Entspannung noch ein lyrisches Lüftchen für den Nachhauseweg aus dem Handgelenk: Gershwins „Lullaby“.

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