Im Weißenhorner Stadtrat stehen 18 Punkte auf der Tagesordnung: So viele wie wohl noch nie. Es könnte die längste Sitzung aller Zeiten werden. Von Jens Carsten



Von Jens Carsten
Weißenhorn Am Montag ist im Stadtrat Sitzfleisch gefragt – es wird eine wahre Mammutsitzung: 18 Punkte stehen auf der mächtigen Tagesordnung, so viele wie wohl noch nie: „Das gab es in den vergangenen Jahrzehnten nicht“, sagt Bürgermeister Dr. Wolfgang Fendt. Er erwartet zwar, dass innerhalb von vier Stunden alle Aspekte behandelt werden können: „Wir wollen aber nichts durchpeitschen.“ Bei Bedarf soll die Sitzung am Dienstag, 14. Februar, fortgesetzt werden. Immerhin gehe es um wichtige Entscheidungen für die Zukunft der Fuggerstadt. Fendt sieht die dicke Agenda positiv: „Es zeigt, dass sich was tut.“ Hier einige Punkte.
Wirt gesucht: Demnächst wollen die Mitarbeiter der Stadtverwaltung einen Pächter für das Neuffenschloss suchen. Nach dem Umbau soll darin wie berichtet eine Gaststätte untergebracht werden. Für den Innenraum gibt es verschiedene Möglichkeiten: Entweder die Stadt richtet das Gasthaus ein – und hebt die Miete an. Oder ein Gastronom bringt eigene Möbel mit und bezahlt im Gegenzug weniger Pacht. Offiziell soll die Suche im März beginnen – dann soll das Neuffenschloss zur Pacht ausgeschrieben werden.
Kaiser-Karl-Straße: Ende des vergangenen Jahres hat eine Ulmer Immobilienfirma das Areal rund um den ehemaligen Kindergarten in der Kaiser-Karl-Straße gekauft. Dort sollen mehrstöckige Häuser für Wohnungen und Geschäftsräume entstehen. Im Januar verlangten die Räte vom Bauherrn genaue Pläne für das Gebiet. Nun geht es erneut um das Vorhaben.
Finkbeiner: Der Getränkehändler aus Langenau will seine Filiale in der Ulmer Straße neu bauen und daneben einen Markt errichten. Die Fläche zwischen den Häusern soll überdacht werden. Prokuristin Gabriele Finkbeiner schwebt eine Optik nach dem Vorbild einer „Mall“, einer US-amerikanischen Einkaufsmeile, vor. Die Räte hatten eine Änderung des Bebauungsplans zuletzt abgelehnt. Zwar besteht bereits Baurecht – aber dann würden die Märkte wohl kleiner und „nicht so schön“, sagt Finkbeiner.
Bähnle: Ende 2013 sollen wieder Personenzüge über die Schienen zwischen Senden und Weißenhorn rattern. Zuvor muss in der Fuggerstadt einiges umgebaut werden, zum Beispiel soll der Busbahnhof an den Bahnhof verlegt werden. In der Sitzung geht es ums Planfeststellungsverfahren zum „Bähnle“ – alle Beteiligten, auch die Stadt Weißenhorn, müssen sich gegenüber des Staates zu dem Projekt äußern.
Anträge: Aus den Parteien fließen mehrere Ideen in die Ratssitzung ein: Die PWG bringt Parkplätze am Alten Friedhof auf die Agenda, die SPD will eine neue Verkehrszählung und Gelder für ein Kinderfest beantragen. Und die CSU pocht auf ein Klimaschutzkonzept.
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