Ulm (köd) - Wenn Karim Amri "Jumbo" an der Kehle krault, erhebt sich die riesige Elefantenschildkröte so weit vom Boden, wie es ihre Beine erlauben. "Jumbo" ist ein Star der "Vivarium"-Ausstellung auf dem Ulmer Messegelände, und er scheint es zu wissen. "Jumbo" hat Charakter und frisst seinem Pfleger nicht aus der Hand, während er fotografiert wird, erst als die Kamera wieder weggeräumt ist, verputzt die stattliche Schildkröte, die erst im Teenageralter ist, den gereichten Salatkopf in Windeseile.

Über 400 exotische und heimische Tiere aus Privatbesitz zeigt die "Vivarium"-Schau. Etwa doppelt so viele hat der Schweizer Sammler, der "Vivarium" präsentiert - in diesem Jahr nur in zwei deutschen Städten, deren zweite Ulm ist. Vom heutigen Freitag an bis zum 7. Juni sind Schlangen, Krokodile und Warane, Skorpione, Spinnen, Schildkröten und Echsen aus aller Welt zu sehen.
Eine Stärke der Schau: Die äußerst gepflegten Terrarien und Aquarien - es gibt auch ausschließlich im Wasser lebende Schildkröten zu sehen - sind alle sehr geräumig und bieten den Tieren einem ihrer natürlichen Umgebung nachgestalteten Lebensraum. 30 Tonnen wiegt alleine das Dekorationsmaterial der Schau, wie Veranstalter Uwe Gehrmann erzählt.
Karim Amri kennt seine Pfleglinge alle, und er hat keine Scheu, auch das Gila-Monster, ein Exemplar einer von nur zwei auf der Welt existenten giftigen Echsenarten, am Kopf zu streicheln, was das hoch giftige Tier gerne mag.
Ein besonderer Star der Schau ist "Tom und Jerry": Das Tier sei eigentlich "eineinhalb Tiere", meint Karim Amri auf die Frage, ob er die Königsnatter eher als ein oder als zwei Tiere betrachtet. "Tom und Jerry" hat zwei Köpfe, gleich große, perfekt gestaltete und fressgierige Köpfe, die Mäusen gern nach dem Leben trachten. Dass die beiden Köpfe auf einem Schlangenkörper sitzen, geschah deshalb, weil eigentlich Zwillinge aus dem Schlangenei hätten schlüpfen sollen, die embryonale Teilung aber nicht vollständig geschah.
Öffnungszeiten: "Vivarium" ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Für Schulklassen, die die Ausstellung besichtigen wollen, ist Anmeldung erbeten.
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