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15. Juni 2009 19:25 Uhr

Schulen schaffen Hitzefrei ab

Landkreis 30 Grad im Schatten, in den Zimmern steht die Luft und auf der Stirn perlen die Schweißtropfen. Schüler müsste man sein, die bekommen Hitzefrei. Das denkt sich so mancher, der im Sommer bei der Arbeit schwitzt. Doch weit gefehlt. An den meisten Schulen im Landkreis wurde das vorgezogene Unterrichtsende abgeschafft.

Schulen schaffen Hitzefrei ab
Foto: ALFA

Keine Chance auf Hitzefrei haben die Schüler der Bürgermeister-Engehart-Volksschule in Senden. Das wurde im vergangenen Jahr beschlossen, sagt Leiterin Silvia Wawra. Die Ganztagsschule ist schuld. Die Schüler der zwei Ganztagsklassen an der Grundschule müssten bis in den Nachmittag betreut werden, können also nicht früher nach Hause geschickt werden. "Diese Kinder würden es nicht verstehen, wenn nur sie kein Hitzefrei bekommen", sagt Wawra. Deshalb gibt es nun eine einheitliche Regelung: Alle Schüler müssen bis zum regulären Unterrichtsende durchhalten. Doch an der Grundschule gibt es etliche Möglichkeiten sich abzukühlen. "Wir haben ein tolles Außengelände mit großen Bäumen, die viel Schatten spenden", sagt die Rektorin. Mobile Tische können nach draußen gestellt werden, damit der Unterricht im Freien stattfinden kann. "Man kann es erträglich gestalten", sagt Wawra. Auch ohne Hitzefrei.

Schon "seit mindestens fünf Jahren", schätzt Schulleiter Dr. Martin Bader, gebe es auch am Lessing-Gymnasium in Neu-Ulm kein Hitzefrei mehr. Die Schüler müssen sich anderweitig abkühlen. "Der Unterricht wird in die Räume verlegt, in denen es angenehm frisch ist", sagt Bader. Auch morgens gut durchlüften und danach die Jalousien zuziehen nütze schon viel. Die Lehrer könnten den Unterricht auch ins Freie verlegen.

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Zumindest sporadisch gibt es an der Johannes-von-La Salle-Realschule in Illertissen noch Hitzefrei. "Wenn es über mehrere Tage sehr heiß ist, ist bei uns früher Schluss", sagt Schulleiter Johann Gutter. Aber er gibt zu: "Das kommt eher selten vor." Wenn es doch so weit kommt, haben Gutter und seine Kollegen viel zu organisieren. Damit auch die Busunternehmen ihre Fahrten ändern können, müssen sich die Schulen untereinander absprechen. Das sei eine logistische Hochleistung.

Mit diesem organisatorischen Problem kämpfen auch andere Schulen im Landkreis. Wie die Hauptschule in Weißenhorn. Den Unterricht eine Stunde früher zu beenden sei sehr schwierig, berichtet Sekretärin Karin Hoyer. "Es ist wegen der Busverbindungen nicht leicht, alle Kinder nach Hause zu bringen", sagt sie. An sehr heißen Tagen entfalle allenfalls der Nachmittagsunterricht.

"Nur in Ausnahmefällen" wird in Babenhausen der Unterricht früher beendet, sagt Wolfgang Ostermann, Konrektor der Hauptschule. Das Schulzentrum Babenhausen, bestehend aus einer Grund-, Haupt- und Realschule, hat ebenfalls das Problem, dass viele Schüler mit dem Bus nach Hause gebracht werden müssen. Am Vormittag komme ein früherer Unterrichtsschluss "so gut wie gar nicht vor".

Solange Noten vergeben werden, hoffen auch die Schüler des Illertal Gymnasiums in Vöhringen vergeblich auf Hitzefrei. "Erst nach Notenschluss kann man darüber nachdenken", sagt Schulleiter Roland Hunger. Bis dahin, betont er, finde der Unterricht ganz regulär statt. Wie hoch das Quecksilber im Thermometer klettern muss, damit die Schüler früher nach Hause dürfen, kann Hunger nicht sagen. Es liege ganz in seinem Ermessen, sagt der Schulleiter, ob der Unterricht früher beendet wird, oder nicht.

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