Ältere Menschen sollen bewusster ins Gemeinschaftsleben der Stadt einbezogen werden
Weißenhorn Das „Seniorenkonzept“, das ältere Menschen bewusster als bisher ins örtliche Gemeinschaftsleben Weißenhorns und seiner Stadtteile einbeziehen soll, beginnt Konturen anzunehmen. Die gut halbstündige Auftaktveranstaltung in der Stadthalle, auf der das Konzept erläutert wurde, hat bereits erste Ergebnisse bewirkt.
Bürgermeister mit erster Runde zufrieden
„Ich bin eigentlich sehr zufrieden mit dieser ersten Runde,“ sagte Bürgermeister Wolfgang Fendt auf Nachfrage gegenüber der Neu-Ulmer Zeitung, „die Stimmung unter den Besuchern war sehr gut, und es wurden ja auch schon erste Wünsche formuliert, wie wir das erhofft hatten.“ Tatsächlich waren gut sechzig ältere Menschen in die Stadthalle gekommen, etwa zweieinhalb Prozent aus der Gesamtzahl der Weißenhorner Senioren. „Man kann diese Zahl als hoch oder als niedrig bezeichnen,“ sagte Fendt, „die Hauptsache ist, dass wir schon mal Erkenntnisse gesammelt haben.“
Verwaltung gibt elf Handlungsfelder vor
Zunächst hatte Katrin Geiger von der Stadtverwaltung elf Handlungsfelder formuliert, auf die sich das Seniorenkonzept konzentrieren soll. Angelehnt an den vom Landkreis entwickelten Seniorenratgeber werden sich die freiwillig Mitwirkenden an der Orts- und Entwicklungsplanung beteiligen. Es geht auch um „Wohnen zu Hause“, um „Information und Öffentlichkeitsarbeit“, um „Gesellschaftliche Teilhabe“. Weitere zu beackernde Felder sind das bürgerschaftliche Engagement sowohl für die Senioren wie auch von ihnen selbst. Und es geht natürlich um Begleiterscheinungen des Alterns wie Betreuung und Pflege, um Hospiz und Palliativversorgung, um Besuchs- und ambulante Dienste.
Das Seniorenkonzept bezeichnete Bürgermeister Fendt in seiner Begrüßung als „eins der wichtigsten Themen, die wir in nächster Zeit in unserer Stadt gemeinsam angehen müssen“.
Handlungsbedarf ergebe sich allein schon aus der Statistik, und die rechnet vor, dass die Zahl der Weißenhorner, die älter als 65 Jahre sind, bis 2029 um fast die Hälfte auf dann rund 3400 Personen zunehmen werde. Der „Jugendwahn“ früherer Jahre sei zum Glück der Erkenntnis gewichen, „dass wir in der Stadt alle Menschen brauchen“. Es gehe aber nicht darum, die Älteren nur zu beschäftigen. „Wir müssen ihren großen Erfahrungsschatz auswerten, der sich als wertvoll für beide Seiten erweisen wird, für jene ihn nutzen wie auch für jene, die aus ihm abgeben.“
Vorbereitet für die Auftaktveranstaltung waren große Mengen an Handzetteln, denen die abendlichen Gäste in der Stadthalle Ideen, Wünsche, Vorschläge anvertrauen sollten. Nach einer ersten Durchsicht hebt Bürgermeister Fendt zwei Ziele hervor. Den Senioren in Weißenhorn fehlt ein Ort, an dem sie sich treffen können, um gemeinsam zu singen, zu basteln, zu plaudern. „Und ein Stadtbus scheint besonders wichtig zu sein, der auch die Dörfer anfährt.“
Stadtrat hat das letzte Wort
Für die Verwaltung heißt es nun erst mal, die Dutzende von Vorschlägen auszuwerten und zu Themen zu bündeln. Laut Katrin Geiger wird der „Stadtanzeiger“ der kommenden Woche schon erste Ergebnisse präsentieren. „Anschließend müssen wir damit natürlich in den Stadtrat,“ sagte der Bürgermeister, „denn ohne dies Gremium geht natürlich nichts.“ Den Senioren aber gab Fendt die Versicherung mit auf den nächtlichen Heimweg, dass dies erst ein Anfang sei, an dessen Fortsetzung nun kräftig gearbeitet werde, vergleichbar der „Stadtwerkstatt“, die vor ein paar Jahren das Jugendhaus hervorgebracht habe.
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