Freitag, 24. Mai 2013

23. September 2011 13:00 Uhr

Neu-Ulm

Sicherheitsmänner zwischen Billy und Expedit

Nach Sprengstoffanschlägen auf Ikea-Filialen ist das Sicherheitspersonal auch in Ulm wachsamer. Der Konzern hat unter der Woche öffentlich eingeräumt, erpresst zu werden.

Das Einrichtungshaus Ikea an der Blaubeurer Straße.
Foto: heo

Ulm Männer mit Knopf im Ohr und in dunklen Anzügen stehen an den Ein- und Ausgängen der Ulmer Filiale der schwedischen Möbelhauskette und blicken ziemlich ernst drein. Untrügliche Zeichen dafür, dass die Serie von Sprengstoffanschlägen auf europäische Ikea-Filialen nun auch im Ulmer Standort für Unruhe sorgt.

„Wir haben in allen Häusern das Sicherheitspersonal verstärkt“, sagt Sabine Nold, die Pressesprecherin von Ikea Deutschland. Es werde nicht nur sichtbares Wachpersonal an den Ein- und Ausgängen eingesetzt. Auch im Inneren des Möbelhauses suchen inkognito Wachmänner nach verdächtigen Vorgängen. Und finden hoffentlich keine. Ausgeschlossen ist das aber nicht, auch wenn es noch 45 andere Ikeas in Deutschland gibt. Wie im überregionalen Teil unserer Zeitung berichtet, bestätigte eine Sprecherin der schwedischen Möbelhauskette, dass Ikea erpresst werde.

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Es explodierten präparierte Wecker

In Geschäften in Belgien, Frankreich und den Niederlanden explodierten präparierte Wecker. Und bei einer Explosion in der Küchenabteilung der Filiale in Dresden wurde ein Person verletzt. Außerdem wurden zwei Ikea-Geschäfte in Prag evakuiert, nachdem in der Nähe des einen eine Bombenattrape gefunden worden war.

In Ulm hingegen spazierten die Kunden gestern unbehelligt zwischen „Billy“, „Expedit“ und „Droppan“ umher. Nach Angaben der Ikea-Sprecherin Nold habe der Erpressungsversuch bislang keine Auswirkungen auf die Umsätze in Deutschland.

Wie (fast) immer geht es auch im Ulmer Ikea-Restaurant zu wie im Bienenstock: Die Frühstücker reihen sich in eine Schlange, das Tablett in der Hand, den Gravad-Lachs auf dem Teller. Alle Kassen haben geöffnet. Croissant, Marmelade, Orangensaft und Räucherfisch wandert in Massen über das Band. Kleinkinder bekommen kostenlos ihr Gläschen „Karotten mit Huhn“. Es ist kaum eine Szenerie vorstellbar, die weniger zu Begriffen wie Sprengsatz und Erpressung passt. Und doch schweben sie in der Luft, wie spätestens der Mann mit dem Knopf im Ohr am Ausgang wieder in Erinnerung ruft.

„Das verläuft sich wahrscheinlich irgendwann im Sand“, sagt eine Verkäuferin, die eigentlich nichts der Presse sagen darf. „Aber irgendwie verunsichert es doch.“ (heo)

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