Donnerstag, 23. Mai 2013

08. Mai 2012 12:11 Uhr

Bundeswehrreform

Soldaten sollen bis zum Sommer Klarheit haben

Verteidigungsminister de Maizière kündigt in Ulm Details an

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (Mitte) mit Generalleutnant Markus Bentler (links) und Konteradmiral Klaus von Dambrowski in Ulm.
Foto: Andreas Brücken

Ulm Noch vor der Sommerpause – vermutlich Ende Juni – soll bekannt gegeben werden, wann genau welche Standorte der Bundeswehr geschlossen oder reduziert werden. Dann soll möglichst jeder Soldat wissen, wie es mit seinem Arbeitsplatz weitergeht. Das erläuterte Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) gestern bei einem Besuch in der Wilhelmsburgkaserne. Der Standort Ulm und Dornstadt soll im Zuge der Bundeswehrreform von 4450 auf 3330 Dienstposten reduziert werden. Für die Stadt Ulm ergibt sich durch die Umstrukturierung die Chance, die Hindenburgkaserne am Eselsberg dem Bund abzukaufen und künftig städtebaulich zu nutzen.

De Maizière traf bei seiner Stippvisite den Befehlshaber des Ulmer Kommandos, Generalleutnant Markus Bentler, Oberbürgermeister Ivo Gönner (SPD), Landrat Heinz Seiffert (CDU) und die Ulmer Bundestagsabgeordnete, Bildungs- und Forschungsministerin Annette Schavan (CDU). Letztere äußerte sich nicht zu den Plagiatsvorwürfen im Zusammenhang mit ihrer Doktorarbeit, sondern rauschte im Eiltempo an den Journalisten vorbei und wünschte „einen schönen Tag“.

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Auch die Zeit des Verteidigungsministers war knapp bemessen, musste er doch gleich anschließend nach Ellwangen fahren, einem Standort, der durch die Reform ungleich härter als Ulm getroffen wurde. In der Münsterstadt hingegen erlebte de Maizière die Stimmung unter den Soldaten als „zuversichtlich“. Alle warteten jedoch auf weitere Entscheidungen. Wie es mit den einzelnen Standorten im Detail weitergeht, soll in den nächsten Wochen festgezurrt werden.

Die Veränderungen in Ulm und Dornstadt beträfen mehrere Hundert Mitarbeiter, sagte de Maizière. Wie berichtet, werden das Logistikbataillon 471 und das Logistikregiment 47 mit zusammen über 700 Stellen aufgelöst, ebenso das Kreiswehrersatzamt Ulm. Das Lazarettregiment 41 mit über 350 Dienstposten zieht aus der Hindenburgkaserne nach Dornstadt um.

Starkes Interesse der Stadt an der Hindenburgkaserne

Er sei beeindruckt davon, welchen Pragmatismus er hier vorgefunden habe, sagte de Maizière. Es gebe überhaupt keine Eifersüchteleien zwischen Ulm und Dornstadt. Angetan sei er auch von der Hartnäckigkeit, mit der sich die Stadt Ulm um das frei werdende Gelände der Hindenburgkaserne bemüht. Er habe deutlich gemacht, „dass wir das so schnell wie möglich hinbekommen wollen“, so de Maizière.

Das multinationale Hauptquartier in der Wilhelmburgskaserne sei in einem guten Stadium, sagte der Verteidigungsminister. „Wir werben um mehr internationale Beteiligung.“ In diesem Jahr stehe eine große Übung an. „Die beste Übung wäre ein Einsatz“, sagte der Minister. Das wolle man sich zwar nicht unbedingt wünschen – „aber wenn es eine Chance gibt, werden wir Ulm ins Gespräch bringen“.

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