Samstag, 21. Oktober 2017

04. Juni 2013 12:38 Uhr

Ulm

Spanische Azubis für schwäbische Betriebe

Weil Bewerber fehlen, kommt Hilfe aus Südeuropa. Die ersten kommenden Azubis wurden jetzt empfangen

i

Jimenez-Navarro

Ulm Der erste von vielleicht 5000. Eine Rahmenvereinbarung zwischen dem spanischen und dem deutschen Arbeitsministerium führte Manuel Jose Jimenez-Navarro von Granada 2100 Kilometer nach Ulm, um endlich arbeiten zu können. In der andalusischen Heimatstadt des 25-Jährigen herrscht unter jungen Menschen eine Arbeitslosigkeit von 25 Prozent.

Zusammen mit acht Landsleuten, die angesichts eines immensen Fachkräftemangels rund um Ulm offene Türen einrennen, wurde er gestern in der Handwerkskammer hochoffiziell empfangen. 350 Ausbildungsplätze allein im Bezirk der Handwerkskammer Ulm konnten nach den Worten von Hauptgeschäftsführer Tobias Mehlich allein im vergangenen Ausbildungsjahr nicht besetzt werden. Manuel Jose Jimenez-Navarro will bei dem Ulmer Bauunternehmen Geiger + Schüle den Beruf eines Rohrbauers erlernen. „Wir finden hier einfach nicht genügend Bewerber“, sagt Geschäftsführer Konrad Mezger. Und so kam ihm bei einem Spanienurlaub im August vergangenen Jahres der Gedanke, die Anwerbung von jungen Spaniern zu forcieren, weshalb das Ulmer Handwerk hier bereits tätig wurde, bevor Arbeitsministerin Ursula von der Leyen irgendwelche Papiere unterschrieb.

ANZEIGE

Manuel Jose Jimenez-Navarro ist zwar erst zwei Tage in Ulm, fühlt sich trotz Dauerregens nach eigenem Bekunden wohl. „Es ist alles so schön grün hier.“ Die Altstadt und das Münster gefallen ihm auch sehr gut. Weil er „die Welt sehen will“ verließ der junge Mann das stolze Andalusien. Und sicherlich auch, weil die Konditionen, unter denen die nun Spanier angeworben wurden, nicht die Schlechtesten sind. Heute beginnt ein vierwöchiger Sprachkurs in Vollzeit, ab dem 1. Juli ein vorbereitendes Praktikum mit begleitetem Sprachkurs, bevor im September die eigentliche Lehre beginnt. Reise- und Umzugskosten sowie Sicherung des Lebensunterhalts während des Praktikum wird aus dem Säckel eines europäischen Sonderprogramms zur „Förderung der beruflichen Mobilität“ von arbeitslosen jungen Menschen bezahlt.

Damit die Spanier sich auch auf sozialer Ebene in Ulm wohlfühlen, legt sich die Kammer ins Zeug: Willkommensessen, Stadtführung und weitere Betreuung durch die „Spanische Vereinigung Ulm/Neu-Ulm.“

„Wir dürfen nicht die gleichen Fehler wie vor 40 Jahren machen“, betonte Konrad Mezger die Bedeutung der Integration der Spanier, etwa Sprachkurse und Co.

In Zeiten eines – trotz allen Problemen – zusammenwachsenden Europas, erwartet Manuel Jose Jimenez-Navarro ohnehin keine Schwierigkeiten kultureller Art. „Ich mag Spätzle“, sagt er. Nur an die seltsamen Essenszeiten der Schwaben müsse er sich noch gewöhnen. Während der typische schwäbische Handwerker um 18 Uhr „vespert“, speist der Andalusier selten vor 22 Uhr. (heo)

i

Ihr Wetter in Neu-Ulm
21.10.1721.10.1722.10.1723.10.17
Wetter Unwetter
                                                Wetter
                                                Regenschauer
	                                            Wetter
	                                            Regenschauer
                                                Wetter
                                                Regen
Unwetter8 C | 19 C
5 C | 12 C
6 C | 10 C
Das Wetter aus Ihrer Region
Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung
Alles rund um die Basketballer

Wie gut kennen Sie Neu-Ulm?

Bauen + Wohnen

Alle Infos zum Messenger-Dienst
Unternehmen aus der Region


Partnersuche